02.06.2023 Beijing Guoan- Changchun Yatai 4:3

China Super Leauge

Zuschauer: 46.177

New Worker Stadium: Beijing

Eine perfekte Terminierung in der chinesischen Superliga. Beijing Guoan trug sein Heimspiel an diesem Wochenende am Freitagabend aus. Es ist auch relativ bemerkenswert, dass der Spielplan zwar recht lange auf sich warten ließ, aber jetzt schon weite Teile der Saison zeitlich terminiert sind. Das lässt zumindest eine hohe Planbarkeit zu. Die größere Unbekannte ist der Ticketkauf- hier scheint aber bei den Heimspielen von Beijing Guoan langsam etwas Ruhe eingekehrt zu sein, denn wir konnten uns im Vorfeld relativ problemlos mit Karten eindecken. Dennoch war das Zuschauerinteresse hoch und am Ende waren 46.177 Zuschauer im neuen Worker Stadium zugegen.

Wir leiteten das Wochenende mit einem Getränk und ein paar Snacks bei einem unserer Lieblingsitaliener ein. Dieser lag strategisch perfekt zwischen dem Büro und dem Stadion. Dann liefen wir entsprechend gestärkt zum Spielort. Dieses Mal waren wir informierter und so konnten wir sofort den richtigen Eingang ansteuern. Generell war es heute alles ein bisschen besser organisiert, sodass wir zügig den Stadionumlauf betreten konnten.

Ich hatte beim Ticketlauf angenommen, dass ich erneut den gleichen Block ausgewählt hatte. Somit schlugen wir einfach die gleiche Richtung wie beim letzten Mal ein. Leider hatte ich mich dabei aber wohl völlig vertan, denn der Block war genau auf der gegenüberliegenden Seite. Naja- somit erreichten wir dann erst fünf Minuten vor Anpfiff unseren Platz. Wir kamen jedoch genau pünktlich zur Nationalhymne und anschließend zur Vereinshymne von Beijing Guoan.

Die Plätze waren heute sogar noch ein wenig besser, um das Geschehen in der Kurve zu beobachten. Erst einmal fiel auf, dass es im Stadion sogar drei Stimmungskerne gibt. Die Kurve, direkt anliegend ein kleiner Block neben der Kurve und ein weiterer circa 50 Mann starker Haufen im Oberrang. Hinter diesem hatten wir das letzte Mal gesessen, aber uns aufgrund unserer Perspektive keinen wirklichen Überblick verschaffen können. Aus der Frontalperspektive sah das wirklich gut aus. Einheitlich gekleidet und mit 2-3 Fahnen ausgestattet, war man fast die ganze Zeit in Bewegung. Die Kurve von Guoan gefiel mir auch wieder sehr gut. Es gab wirklich schöne Melodien und es konnte eine enorme Lautstärke erreicht werden. Abzüge gibt es eher in der B-Note aufgrund der gedruckten Fahnen und auch dem sehr gewöhnungsbedürftigen Fahnenschwenkstil.

Der direkt angrenzende Block bestand dann aus etwa 100 Leuten, die hauptsächlich Trikots trugen und eher für die musikalische Untermalung sorgten. Im Nachgang hörte ich Gerüchte, dass es sich hierbei um bezahlte Musiker handelt, die vom Verein angestellt wurden. Konnte ich nicht verifizieren- aber vorstellbar ist es allemal. Im Gästeblock fanden sich circa 1.000 Fans in einheitlichen T-Shirts ein. Wirklich in Erscheinung traten sie jedoch weder optisch noch akustisch.

Das Spiel bot alles an Fußballdramatik, was man sich wünschen kann. Nach einem kapitalen Fehler von Guoan, gingen die Gäste mit 0:1 in Führung. Guan konnte jedoch kurze Zeit später nach einem schön herausgespielten Treffer ausgleichen. Nach eine Ecke dreht Guan dann die Partie noch in der ersten Halbzeit. Es blieb aber spannend und kurz nach dem Wiederbeginn glichen die Gäste erneut aus. In der 65. Minute war der Spielverlauf erneut auf den Kopf gestellt und Changchun konnte die erneute Führung erzielen. Im direkten Gegenzug konterte Guoan. Das Spiel wurde jetzt immer intensiver und bissiger und beide Mannschaften spielten auf Sieg. Als Guoan in der 87. Minute das 4:3 erzielte brachen alle Dämme und der Torjubel war gewaltig. Nach dem Spiel gab es dann noch eine relativ sehenswerte Rennerei zwischen den Spielern samt Flaschenwürfen von den Rängen! Ein großartiges Fußballspiel.

Nach dem Spiel beschlagnahmten wir als Mob wieder die Fahrbahn- das heimliche Highlight des Spieltags. Wir ließen den Abend noch in einer Bar in Sanlitun ausklingen und freuten uns über den gelungenen Start in das Wochenende.

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