J3 League
Zuschauer: 1.178
Mitsuzawa Stadium: Yokohama
Etwas überraschend wurde ich am Freitagabend nicht fündig und konnte kein Fußballspiel im Großraum Tokio recherchieren. Halb so schlimm, denn in der Stadt gibt es mehr als genug andere Dinge zu tun. Am Samstag sollte dann aber wieder der Ball im nahegelegenen Yokohama rollen. Auf dem Papier ist Yokohama die zweitgrößte Stadt Japans, wobei es genauso zur Metropolregion Tokio gehört, wie beispielsweise Kawasaki.
Mein Motto während der gesamten Tage war es Umstiege zu vermeiden und an stattdessen einfach einen längeren Fußmarsch einzustreuen, um danach aber direkt durchfahren zu können. So lief ich dann heute auch wieder zum Bahnhof Ueno und konnte von da mit einem Vorstadtzug innerhalb von knapp 25 Minuten zum Bahnhof in Yokohama fahren.
Das Wetter war bereits am Donnerstag leider gekippt und so gab es auch heute einen sehr herbstlichen Tag. Der schneidige Wind sorgte dafür, dass die Temperaturen gefühlt noch einmal ein wenig niedriger waren. Ich spazierte ein bisschen durch Yokohama und fand noch ein schönes Café, das mich auf seiner Außenterrasse aufnahm. Dann ging es durch ein kleines Wohnviertel ziemlich steil den Berg hinauf zum Stadion. Dort angekommen wurde ich dann fachmännisch zum Tickethäuschen gewiesen und hatte postwendend meine Eintrittskarte in der Hand. Da noch etwas Zeit bis zum Anpfiff war, drehte ich dann noch eine Minirunde durch den Park.
Dann ging es aber direkt rein und direkt im Eingangsbereich, gab es einige Essensstände. Ich traute meinen Augen kaum, aber da stand tatsächlich ein Wagen, der Döner Kebab anbot. Da das Gericht an meinem Wohnort nicht gerade an jeder Straßenecke zu finden ist, fackelte ich nicht lange und griff zu. Dazu holte ich mir noch ein Bier, das lustigerweise aus Harbin kam und meine Heimat und mein Wohnort fanden somit in meiner linken und rechten Hand zueinander. Heute musste ich mich nicht auf die Haupttribüne mogeln, denn der Durchgang zwischen der Heimkurve und der Gegentribüne schien so gewollt zu sein. Ich suchte mir ein Plätzchen und vertilgte erst einmal die Kulinarik.
Auf der Hintertortribüne der Heimseite beteiligten sich circa 15 Leute dauerhaft am Support. Das war jetzt nicht aufregend, aber grundsolide. Die Gäste aus Numazu waren da etwas schlagkräftiger. Circa 80 Leute unterstützten die Mannschaft und konnten somit die stimmliche Hoheit im Stadion erlangen. Es war einfach ein richtig schöner Rahmen für ein unterklassiges Fußballspiel. Hingehen, Ticket kaufen, bisschen was essen und zufrieden wieder nach Hause gehen. Das Stadion wird nicht nur vom Yokohama SSC genutzt, sondern auch vom Erstligisten Yokohama FC. Keine Überdachung und blaue Sitzschalen- das konnte schon etwas.
Sportlich befanden sich beide Mannschaften im Niemandsland der Tabelle und haben sowohl mit dem Aufstieg als auch mit dem Abstieg nichts zu tun. Ein entsprechend ereignisarmes Spiel entwickelte sich, das die Gäste durch einen Lucky Punch mit 0:1 für sich entscheiden konnten. So zogen sie in der Tabelle an Yokohama vorbei und sind nun auf Platz 11. Vielleicht reicht es am Ende der Saison ja doch noch für die obere Tabellenhälfte.
Nach dem Spiel drehte ich noch eine Runde durch Yokohama, das mir sehr gut gefiel. Es war eine sehr schöne Mischung aus Hochhäusern, historischen Gebäuden und auch die lokale Chinatown war einen Besuch wert. Absolut überragend war aber die Aussicht von einem stadtbekannten Hochhaus. Das 360 Grad Panorama ermöglichte einen Blick über die gesamte Region vom Mount Fuji bis zur Skyline Tokios. Ganz stark! In einem kleinen süßen Viertel aß ich noch zu Abend und nahm dann die Metro zurück nach Tokio.






