Regionalliga Nordost
Zuschauer: 842
Stadion Lichterfelde
Heute musste ich ein bisschen zum Brunnen getragen werden. Mein letzter Spielbesuch in Lichterfelde ist nun auch bereits wieder vier Jahre her und so ließ ich die saudade siegen und schloss mich Tschernie an. Es ist schon auch ein ziemlicher Luxus, dass man mit so wenig Aufwand im Berliner Großraum so viele Fanszenen sehen kann. Hoch lebe die Regionalliga Nordost. Heute waren die Erfurter in Lichterfelde zu Gast, wobei deren Freude an einem Mittwochabend nach Berlin zu fahren, vermutlich nicht ganz so ausgeprägt war.
Ich wurde am Westkreuz eingesammelt und ohne Vorkommnisse erreichten wir den Eingang. Eine Tageskasse existierte, aber es wurde ein zusätzlicher Euro verlangt. Zudem bekam man einen Stempel und nicht einmal ein Hardticket ausgehändigt. Mich nervte die Situation auch ziemlich, aber ich merkte einmal mehr wie angepasst ich bin, denn ich hätte auch diese Unverschämtheit wieder über mich ergehen lassen. Tschernie war nicht so angepasst wie ich. Der erste Versuch war dann doch noch ein Onlineticket zu kaufen, denn „ganz ehrlich für diese Dreckscheiße schenke ich Euch den Euro nicht“.
Die Sicherheitsfrau wollte Tschernie in der Zwischenzeit auch schon den Euro zustecken, um uns loszuwerden. Als man im Onlineshop auch persönliche Daten abgeben musste, ging es zurück auf Los und wir wollten doch zwei Tickets an der Tageskasse kaufen. Dazu muss man sagen, dass man den netten Herren schon so weit hatte uns ermäßigte Tickets zu überlassen ehe von höherer Stelle interveniert wurde. Nach Wechselgelddrama war das Resultat dann, dass wir am Ende doch zwei ermäßigte Tickets bekommen würden. Ich war mit dem Resultat recht zufrieden, aber Tschernie war weiter sauer auf diesen „Drecksverein“.
Nach so einem ereignisreichen Intro, mussten wir uns erst einmal wieder sammeln und auf kreativen Wegen auf die gegenüberliegende Seite kommen. Der direkte Weg war nämlich gesperrt, sodass wir über den Hang „anreisen“ mussten. Dort trafen wir dann auf eine Gruppe Herthaner und es wurde ein richtig netter Mittwochabend. So könnte es für mich gerne öfter sein. Herthaner aller Couleur stehen zusammen, quatschen und gucken sich nebenbei noch ein Spiel und eine Szene an. Das machte richtig Laune.
Erfurt zeigte sich heute mit Blick auf das Liedgut nicht von der kreativsten Seite- aber insbesondere in der zweiten Halbzeit war das wirklich richtig laut. Auf einen ekelhaften Mittwochabend ein richtig guter Auftritt. Wir verkürzten uns das Spiel mit etwas Speis und Trank und so war auch das 0:0 erträglich. Richtig unterhaltsam war eigentlich nur die Rudelbildung kurz vor der Halbzeit, die in einem Platzverweis von Viktoria resultierte. Mit dem Abpfiff ging es dann zum Auto und perfekt getimt ab Westkreuz mit der S7 nach Hause.
