Segunda Liga
Zuschauer: 1.322
Estádio do Clube Desportivo das Aves
Mit einer riesigen Portion Vorfreude im Gepäck ging es am Mittwochabend nach Aves. Heute konnte ich sogar eine ziemlich späte Verbindung nehmen, um punktgenau am Stadion anzukommen. Es lief dann alles am Schnürchen und selbst die übliche Konfusion rund um die Continente Tickets konnte mir nichts anhaben. So blieb am Stadion sogar noch Zeit für das magische Dreieck aus Café, Bier und Toilette.
Dann folgte leider der Dämpfer, denn die Fanszene aus Aves war leider nicht im Stadion präsent. Meinen Hintermann hörte ich sagen, dass diese sich schon seit längerem im Streit mit der Vereinsführung (bzw. der ausgegliederten SAD) befindet und mittlerweile vor allem beim Futsal und bei anderen Abteilungen des eingetragenen Vereins zu finden ist. Das dämpfte zugegebenermaßen auch meine Aufstiegseuphorie für Aves ziemlich. In der zweiten Liga spielen die drei Inselvertreter -Santa Clara für die Azoren, sowie Nacional und Marítimo für Madeira gemeinsam mit Aves um den Aufstieg in die zweite Liga.
Im Aufstiegsrennen gab es für Aves heute einen Rückschlag. Die zweite Mannschaft des FC Portos nutzte seine Konterchancen eiskalt und gewann in Aves mit 0:2. Aves rannte mit zunehmender Spieldauer immer verzweifelter an- konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Schade, dass so ein Kampf am Ende nicht belohnt wurde. Nach dem Spiel befindet man sich weiter auf dem Relegationsplatz. Verloren ist im Kampf um den Aufstieg also noch nichts.
Das Stadion war mit knapp 1.300 Leuten eher spärlich gefüllt. Es gab einen kleinen Gästeblock, der vor allem aus Freunden und Familien der Spieler gefüllt war. Ansonsten gab es nur von ein paar Kids einige Gesänge für Aves. Auffällig war der desolate Zustand des Stadions. Das sprang selbst für portugiesische Verhältnisse noch einmal ins Auge und der Gang zur Toilette hatte durch das fehlende Licht, herunterhängende Kabel und tropfende Decken einen ziemlichen Gruselfaktor.
Da sich am kommenden Tag der Jahrestag der Revolution zum 50. Mal jährte, war in der Stadt noch ziemlich Betrieb und so konnte ich mich glücklich schätzen den letzten Tisch in einem coolen Lokal zu bekommen. Eine Bifana und ein Bier vereinfachten mir die Wartezeit auf den letzten Zug in Richtung Porto. Noch eine Metro ersprintet und dann war ich kurz nach Mitternacht mit einem weitere Ground im Gepäck wieder zu Hause.
UPDATE:
Zugegebenermaßen habe ich zu Zeiten des Spielbesuchs die Konstruktion des Vereins überhaupt nicht durchblickt. Da mittlerweile der Aufstieg feststeht, habe ich mich in das Konstrukt eingelesen. AVS hat nichts mit dem Clube Desportivo Aves zu tun. Der Verein ging bedauerlicherweise im Jahr 2020 pleite und hat sich in der Folge neugegründet. Eine Fußballmannschaft geht zurzeit aber nicht an den Start.
In dieses Vakuum ist die Investmentgruppe AVS gesprungen. Alleine der Name ist einfach hinterhältig, da natürlich jeder AVES liest, wenn der Verein in Aves im Stadion von Aves spielt. Es könnte aber kaum weniger Aves drin sein. Es handelt sich um die Überreste von Vilafraquense (Einem Traditionsverein aus dem Großraum Lissabon). Die Mitglieder von Vilafraquense stimmten dem Verkauf der Anteile zu, Ausgliederung und fast unmittelbarer Umzug nach Aves waren in der Saison 22/23 die nächsten Schritte. Die Linzenz ging an AVS- Vilafraquense muss in der untersten Liga neustarten. AVS schaffte in dieser Saison den Aufstieg und faselt jetzt von Europa. Fußball ist so widerlich!



