La Liga
Zuschauer: 21.878
Estadio Balaídos: Vigo
Vigo war unser letzter Zwischenstopp auf der Anreise, bevor wir Porto erreichten. Wir waren positiv überrascht von der Schönheit der Stadt, die unübersehbare Parallelen mit portugiesischen Städten aufweist. Porto und Vigo sind mit dem Zug verbunden und somit tragischerweise mittlerweile die einzige Zugverbindung zwischen Portugal und Spanien. Die spanische Liga endete erst heute und so zögerten wir nicht lange, um ein verlängertes Wochenende in Vigo zu verbringen.
Spontan bot sich sogar noch dem Klabauterkeaper die Möglichkeit eines Kreuzes bei einem Vorortsverein an, sodass fußballtechnisch ein Volltreffer verbucht werden konnte. Wir trafen uns dann zum ausgiebigen Mittagessen in einer schicken spanischen Taverne, ehe ich mich der erneuten Google Maps Challenge stellte. 16:17 geplante Ankunftszeit, 16:15 Anpfiff. Ich setzte voll auf die normalerweise recht entspannte Einlasssituation in Spanien und sollte Recht behalten. Um 16:11 betrat ich den Oberring des Stadions und nahm meinen Platz ein.
Mit 20 € auf der Geraden war das heute insbesondere für Spanien ein echter Wahnsinnspreis. Ein großes Lob an Vigo für die Preisgestaltung. Auch sonst wirkt der Verein erfrischend anders und im Stadtbild sind viele Bezüge zum Verein zu sehen- von Menschen mit Trikots, bis hin zu Geschäften im Celta Style. Es wirkt so, als ob die Stadt wirklich hinter dem Verein steht. Der Verein ist definitiv auch Ausdruck der galizischen Regionalidentität und so gab es einige krachende Lieder mit Regionalbezug. Zudem wurde für eine Demo für die Gründung einer galizischen Nationalelf mobil gemacht. Bei aller Spaßrivalität meinerseits mit Spanien- ich sehe diese Abgrenzungsspielchen innerhalb der EU wirklich kritisch.
Das Estadio Balaídos fand ich einen ziemlichen Kracher. Bereits 1928 eröffnet kann das Stadion auf eine lange Geschichte zurückblicken. Unter anderem fanden hier etliche Spiele der WM 1982 statt. 2018 wurde dann ein umfassender Umbau abgeschlossen. Dadurch erstrahlt das Stadion im neuen Glanz und insbesondere die spektakuläre Dachkonstruktion gefiel mir wirklich sehr.
Im Stadtbild auch sehr präsent ist die führende Ultragruppe Tropas de Breogán. Dadurch hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung an den Auftritt der Heimkurve. Ganz gerecht werden, konnte diese dem nicht. Es war in Ordnung und für spanische Verhältnisse sicher eher gut. Mit Blick auf die Melodien und die Mitmachquote riss mich das aber eher nicht vom Hocker. Die Gästefans aus Valencia traten nicht in Erscheinung, wobei ich sie aus meinem Blickwinkel aber auch nur sehr schemenhaft wahrnehmen konnte.
Das Spiel war ein typischer Sommerkick, in dem es für beide Mannschaften um nicht mehr viel geht. Schlussendlich endete es schiedlich, friedlich mit 2:2- was so auch in Ordnung ging. So verbleiben beide Mannschaften auch in der kommenden Saison in der spanischen Eliteliga.
Nach dem Spiel marschierte dann völlig unnötig die Polizei vor der Heimkurve auf, um einen Platzsturm zu verhindern. Ziemlich lächerlich, da dieser sich überhaupt nicht angedeutet hatte. Die Beleidigungen aus allen Richtungen verrieten mir, dass die Bullen hier auch eher als Symbol des Nationalstaats gesehen werden. Die Mannschaft feierte trotzdem noch ausgiebig mit den eigenen Fans und mit einem guten Gefühl verabschiedete man sich in die Sommerpause.








