Olympische Spiele
Zuschauer: 14.497
Stade Matmut Atlantique: Bordeaux
Das heutige Spiel wurde um 17:00 angepfiffen, sodass ich den Tag in der schönen Innenstadt Bordeauxs verbringen konnte. Es war wirklich unglaublich zu sehen wie viele Häuser architektonisch einfach der Knaller waren. Der Bereich begrenzte sich nicht auf die Innenstadt, sondern nahezu die gesamte Stadt war mit schönen Gebäuden gesegnet. Insbesondere das Stadtviertel, das durch den Weinhandel reich geworden ist, sticht noch einmal heraus. So war mein letzter Stopp vor dem Stadion auch fast folgerichtig ein Weinmuseum zur Geschichte des Bordeaux-Weins mit einer kleinen Verköstigung.
Dann ging es mit der Tram zum Stadion und zielsicher begab ich mich zum richtigen Eingang. Auf das Spiel heute, hatte ich mich im Vorfeld fast ein bisschen mehr gefreut. Im Gegensatz zu den Männern, laufen bei den Frauen die richtigen Nationalteams auf. Mit Marta auf der brasilianischen Seite und Alexia und Aitana auf der spanischen Seite, durfte ich einige der besten Spielerinnen der Welt auf dem Feld bestaunen. Spanien rotierte leider ein wenig, sodass die beiden Starspielerinnen erst im Laufe des Spiels eingewechselt wurden.
Vermutlich war ich nicht der Einzige, der bereits gestern bei dem Spiel zugegen war. Die Vermutung liegt vor allem bei den spanischen Fans nahe. Komischerweise war heute deutlich mehr auf den Rängen los als gestern. Es gab zumindest ab und zu ein paar Sprechchöre. Die brasilianischen Fans waren in der Unterzahl, aber sie versuchten sogar ab und zu mal ein kleines Liedchen zu singen. Immer noch nicht die Welt- aber solide.
Ich hatte bereits gestern gesehen, dass es in dem Zwischenrang die Möglichkeit gibt sich an die Balustrade zu stellen. Komischerweise wurde man von dort auch nicht vertrieben. So sicherte ich mir heute dort einen Platz und hatte auch keinerlei Veränderungswünsche mehr. Man hatte eine prächtige Sicht, es wehte ein angenehmer Wind und man war nah an der Toilette, um sich seinen Becher mit Wasser aufzufüllen. Besser ging es nicht. Beim ursprünglichen Wasserkauf hatte ich noch die Bekanntschaft mit einer Griechin gemacht, die den Mann vor mir anschrie, dass er Französisch spreche. „Nobody wants to speak French- only the fucking French want to speak French“. Alles klar. Als sie dann nicht mit Mastercard zahlen konnte, zog sie unter Flüchen von dannen. Vielleicht beim nächsten Mal noch einmal über das Reiseziel nachdenken…
Das Spiel war etwas zäh. Die Brasilianerinnen spielten ziemlich unsportlich und sorgten somit in beiden Halbzeiten für eine Nachspielzeit von 16 Minuten. Ich glaube das habe ich bisher noch nie in meinem Fußballleben gesehen. Marta kassierte wegen groben Foulspiels die rote Karte. Das Einsteigen war unglücklich- aber die Karte leider folgerichtig. In der Folge mauerte Brasilien- spielte die Konter jedoch überhaupt nicht zu Ende. So blieb es lange spannender, als es hätte sein müssen ehe Alexia mit einem tollen Treffer das 0:2 erzielte und den Deckel zumachte.
Nach dem Spiel wollte ich mit dem Shuttlebus in die Nähe meiner Unterkunft fahren. Der Bus fuhr auch fast direkt los- nur leider etwas zu energisch. Nach zwei Sekunden knallte es und er hatte einen Poller gerammt. Mein Aufprall war auch relativ unsanft. Wir wurden dann zwar in einen neuen Bus verfrachtet- aber niemand fragte, ob jemandem etwas passiert war. Das Tempo war nicht besonders hoch- aber gerade, wenn viele Leute stehen, hätte man schon zumindest einmal nachfragen können. Merkwürdige Vorgehensweise. Mit einem leckeren Essen, ließ ich noch den Tag ausklingen, ehe es dann in aller Früh (aber fast nicht früh genug) am nächsten Tag zum Flughafen ging.






