08.08.2024 SC Braga- Servette Genf 0:0

Qualifikation Europa Leauge

Zuschauer: 16.603

Estádio Municipal de Braga

Donnerstagabend und in der erweiterten Umgebung findet eine Qualifikationsrunde der Europa Leauge gegen einen passablen Gegner statt. Aus Bequemlichkeit wäre ich dennoch fast zu Hause geblieben. Da das Wochenende jedoch etwas schwierig mit Blick auf mögliche Spielbesuche sein sollte, entschied ich mich schlussendlich doch noch für einen Spielbesuch. Die Preispolitik war portugaltypisch wieder ein Schlag ins Gesicht der Nicht-Mitglieder. Mitglieder durften jedoch für 5 Euro bis zu zwei weitere Tickets für Begleitungen kaufen. Um den Spieltag etwas entspannter zu gestalten, versuchte ich die Ticketfrage bereits im Vorfeld zu klären, was mir nach einigen Mühen auch gelingen sollte. Vielen Dank an dieser Stelle.

Bei Ankunft in Braga suchte ich die erstbeste Pastelaria auf, um das Spiel der deutschen Basketballnationalmannschaft zu gucken. Danach hatte ich noch Zeit für einen Spaziergang durch die wirklich sehenswerte Altstadt. Mit Blick auf mein Zeitpuffer und den aufziehenden Hunger war der Besuch eines Burgerladens eine exzellente Option. Die Dekoration im Stile Harry Potters war ein nettes Extra.

Dann ging ich in Richtung Stadion und wunderte mich wie beim letzten Mal warum man kaum Fußgänger sieht. Da ich noch kleine zeitliche Reserven hatte, entschloss ich mich den vereinzelten Braga Fans hinterherzulaufen und einen Schlenker nach rechts zu machen. Etwas besseres hätte ich nicht tun können. Den Weg durch das Arbeiterviertel teilte ich mit zahlreichen Braga Fans, die sich bei einem Bierchen noch etwas die Zeit vertrieben. Auch einige Szeneleute von Braga waren dort zu sehen. Dann kam man oberhalb vom Stadion an und erst von dort wurde mir die ganze Besonderheit des Stadions bewusst. Beim Erstbesuch fand ich das Stadion zwar cool, aber fand den Hopperhype vielleicht ein klein bisschen übertrieben. Nun muss ich sagen: Nein, der Hype ist vollkommen angemessen.

Ich genoss den Blick vom Miradouro und stieg dann herab zu meinem Sitz in der letzten Reihe des Oberrings. Ein Stadion, das quasi zwei komplett unterschiedliche Ebenen miteinander verbindet, habe ich glaube ich noch nie gesehen. Der komplette Oberring war ziemlich gut gefüllt und da ich bereits vermutete, dass viele Leute wieder verspätet eintreffen würden, verzichtete ich dieses Mal auf ein Manöver und nahm einfach friedlich meinen Platz ein. Es war auch schon ziemlich spektakulär in diesem Stadion am höchstmöglichen Punkt zu sitzen.

Der Nachteil an der Geschichte: Ich konnte die Gästefans aus Genf wirklich nur erahnen. Durch die Dachkonstruktion konnte ich einige Schwenkfahnen sehen. 250 Fans mögen es am Ende gewesen sein, die jedoch von meinem Platz leider kaum wahrnehmbar waren. Um da eine vernünftige Bewertung abgeben zu können, hätte es einen anderen Platz gebraucht.

Die Fanszene von Braga brauchte etwas, um in die Partie zu kommen. Initialzündung waren dann die Feierlichkeiten zum 21. Geburtstag der Bracara Legion, die mit Fackeln, Rauch und einigen Raketen begangen wurden. Danach war die Stimmung deutlich besser und gefiel mir über weite Strecken. Interessant war, dass auf meiner Tribüne auch noch einmal ein kleiner Haufen von 5-7 Leuten waren, die ein kleines Stimmungskonkurrenzangebot auf die Beine stellten. Das sah mir auch nicht nach einem zufälligen Zusammentreffen aus, denn sie hatten auch eine kleine Fahne aufgehangen. Der koordinierten Stimmung zuträglich waren sie aber definitiv nicht.

Das Spiel war ein 0:0 der besseren Sorte. Braga hatte einen Plan A, auf den Genf jedoch eine Antwort wusste. Immer wieder setzten sie gefährliche Konter, die sie jedoch mal aus Pech- mal aus Unvermögen nicht abschließen konnten. Wirklich bitter, denn so belohnten sie sich nicht für einen tollen Auswärtsauftritt. Braga muss nun im Rückspiel zittern und liefern, denn mein Herz würde höher hüpfen, wenn Rapid Wien in der nächsten Runde nach Braga reisen müsste…

Ich lief dann zum Bahnhof und wollte die Zeit bis zum Zug noch in einer Spielunke vertrödeln. Verrückterweise war am Bahnhof jedoch nichts geöffnet, sodass ich noch einige Meter drehen musste. Noch ein letztes Getränk und dann ging es in den letzten Zug, der mich für meinen Geschmack viel zu spät in Porto in die Nacht entließ.

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