Liga 3
Zuschauer: 1.100
Estádio do Varzim Sport Club: Póvoa de Varzim
Durch den portugiesischen Jakobsweg hatte ich schon einige Male den Weg nach Póvoa de Varzim gefunden. Das hatte den großen Wunsch in mir ausgelöst ein Heimspiel von Varzim besuchen zu können. Für mich ideal, dass der Verein in aller Regelmäßigkeit von den Regelspielzeiten abweicht und anstattdessen nur darauf zu warten scheint, das Flutlicht anzuknipsen.
Mit der Expressbahn ging es am Freitagabend zur besten Feierabendzeit nach Póvoa. Dort angekommen, pfiff ein ziemlicher Wind durch die Gassen, sodass ich sogar ernsthaft in Erwägung zog, mir noch schnell eine Jacke zu kaufen. Von der Metrostation geht es zunächst durch die schicke Altstadt, ehe man dann auf die Strandpromenade trifft, die einen zum Stadion führt. Eine schönere Anreise gibt es wohl selten.
Am Stadion holte ich mir dann schnell ein Ticket, das mit 3 Euro lächerlich günstig war. Kurios, dass die Ticketfenster fast bodentief waren, sodass man sich hinknien musste, um seinen Wunsch verbalisieren zu können. Mit dem Ticket in der Hand bog ich dann noch zum Strand ab, wo ich die langsam untergehende Sonne beobachtete. Es ist vermutlich langweilig ständig davon zu lesen, aber wie oft ich in Portugal das reinste Glück empfinde, ist wirklich Wahnsinn. Ihr sucht weiter Tinder Matches- ich habe mein Match gefunden.
Heute stand ja aber noch ein anderes Match auf dem Programm. Varzim empfing an diesem Freitagabend Lourosa. Ich reihte mich ganz ordnungsgemäß in die Schlange ein, holte mir noch schnell eine Cola und eine Milchschnitte und fand dann einen schönen Platz im oberen Bereich der Gegengerade mit gutem Block auf die Ultragruppe „Os de 1915“ von Varzim. Im Übrigen ebenfalls eine Gruppe, die eine Legalisierung entschieden ablehnt. Somit gab es heute nur drei kleine Überhänger, die im Bereich der Ultras hingen. Circa 40 Personen beteiligten sich dauerhaft am Support und konnten mich wirklich überzeugen. Das war ein richtig schöner Oldschool-Haufen. Insbesondere ein Lied, das davon handelte, kleinere Clubs zu unterstützen und sich nicht einem der drei Großen anzuschließen, gefiel mir sehr. Dazu die Sicht auf das Stadion und das Meer, die untergehende Sonne, das Flutlicht. Das war pure Fußball-Poesie.
Lourosa war mit circa 200 Leuten im Gästeblock vertreten. Circa 20 versuchten die Mannschaft hinter der Armada Lusitana Fahne zu unterstützen. Die Schwenkfahne, das Megaphon und die große Zaunfahne lassen den Schluss zu, dass sich die Armada hat legalisieren lassen. Die Gruppe wirkt sowieso auch eher wie ein Fanclub und nicht wie eine Ultragruppe, sodass man vermutlich diese Pille eher bereit ist zu schlucken. Dennoch wirklich positiv, dass an einem Freitagabend der Gästeblock so gut gefüllt ist.
Das Spiel war die gewohnte Magerkost. Varzim konnte nach einer Ecke das 1:0 erzielen und das Ergebnis letztendlich auch über die Zeit retten. Nach dem Spiel gab es dann noch ein Einklatschen von Fans und Mannschaft. Für mich ging es dann teilweise im Laufschritt zur Metro, um die Bahn noch rechtzeitig zu erreichen. Das gelang gerade so, sodass ich zu einer humanen Zeit in den Schlaf der Gerechten finden durfte.










