31.08.2024 AD Fafe- Trofense 1:0

Liga 3

Zuschauer: 450

Estádio Municipal de Fafe

An diesem Tag hatte ich keine Probleme bei der Spielauswahl. Fafe hatte zu einer für mich gut passenden Uhrzeit ein Heimspiel. Es handelt sich dabei um einen der beiden letzten noch zu kreuzenden Grounds in der Nordstaffel der dritten Liga. Mit dem beliebten Fernbus ging es für mich heute nach Fafe. Ich hatte vor allem durch den Flixbus die Lust an diesem Verkehrsmittel komplett verloren, aber Rede Expressos hat mir das Feuer zurückgegeben. In der Regel pünktlich, günstig und ziemlich komfortabel werden auch kleinere Orte in Portugal regelmäßig angefahren und ermöglichen eine stressfreie Anreise.

Gegen 14:30 war ich am heutigen Spielort eingetroffen und hatte noch etwas Zeit zu verplempern. Ich schloss mich der gemütlichen Wochenendstimmung an und machte das, was ich in Portugal am liebsten mache: Von Kneipe zu Kneipe pendeln. In einem schicken Lokal am Dorfplatz gab es dann sogar ganz fancy-schmancy für ein paar Escudos einen Aperol. Rica vida! Dann ging es zum Stadion und ich meinte an den parkenden Autos den Haufen von Trofense zu erkennen. So weit so richtig. Also lief ich noch ein bisschen weiter, landete in einer Sackgasse und folgte dann einer jungen Frau in Richtung Stadioneingang. Ich vermutete schon den Gästeeingang, aber da die nette Frau an der Kasse das überhaupt nicht thematisierte und die andere Zuschauerin so gar nicht nach Gästefan aussah, kaufte ich mir ein Ticket und ging rein.

Als mich sofort der Ordner anschiss, dass ich auf diesem Teil der Tribüne auf keinen Fall sitzen durfte, schwante mir böses. Alle Leute mussten also im hinteren Bereich der Tribüne sitzen- im Gästeblock. Tiptop! Zum Glück ist so etwas in Portugal ja meist kein ganz so großes Problem und ich konnte mir mit dem dritten Spielbesuch von Trofa ja fast die Daseinsberechtigung schönreden. Ich verdrückte mich dennoch in einer Ecke und beobachtete still und diskret den sehr gelungenen Gästeauftritt. Subtil koordiniert lieferten die circa 20 aktiven Gästefans einen sehr stimmigen Auftritt ab. Immer mal wieder wurde mit Laut- und Leise herumgespielt und Gesänge dann auch brachial beendet. Trofa sticht bei den kleineren portugiesischen Szenen wirklich hervor.

Die Heimfans hatten erstaunlich viele Zaunfahnen aufgehangen, aber traten sonst kaum in Erscheinung. Lediglich fünf Leute in Trikots, stimmten ab und zu einen Gesang ein. Das war enttäuschend.

Das Spiel war typisch portugiesisch und endete mit einem Lucky Punch durch die Heimmannschaft mit 1:0. Fafe startet damit mit dem dritten Sieg im vierten Spiel in die noch junge Saison. Immer mal wieder wanderte mein Blick in der zweiten Halbzeit zum Ausgang. Irgendwie schwante mir schon, dass die drei Staatsdiener der Guarda Nacional Republicana (GNR) noch eine kleine Repression in der Tasche haben würden. Um das zu umgehen, machte ich mich kurz vor Abpfiff auf den Weg in Richtung Ausgang. Zack, packte mich der Sherrif am Arm und machte mir klar, dass ich erst nach Abpfiff würde das Stadion verlassen können… Das machte meinen Rückreiseplan völlig kaputt, denn ich wollte per Uber in das nahegelegene Guimarães, von wo ich mir einen Fernbus gebucht hatte. Nach dem Abpfiff ging es dann natürlich trotzdem nicht raus. Ich kochte vor Wut beinahe über. Um die Sinnlosigkeit perfekt zu machen, ließen sie uns dann nach fünf Minuten doch heraus. Ich marschierte dann prompt zum Heimbereich, was vermutlich nicht der Sinn der polizeilichen Maßnahme war. Die GNR hat insbesondere bei Fußballfans in Portugal nicht den besten Ruf und ich ahne warum.

Das Uber musste dann auch aus Guimarães kommen und so war mir eigentlich klar, dass die Rückreise scheitern würde. Ich lief dem Fahrer so weit entgegen wie ich konnte, signalisierte dann die Dringlichkeit, aber der Fahrer war nicht unbedingt Michael Schuhmacher. Um 18:32 rollten wir vor den Busbahnhof und nach meinem Sprint setzte die Enttäuschung ein: Kein Bus und keine Nennung auf der Abfahrtstafel. Nach dem Frustpinkeln warf ich noch einmal einen Blick in den Busbahnhof und siehe da: Da steht der Bus. Was für ein Glück und so saß ich kurze Zeit später doch auf meinem Platz nach Porto und erreichte somit pünktlich zum Hertha Spektakel die Ehrentribüne namens Couch.

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