Cameponato de Portugal: Serie A
Zuschauer: 300
Parque de Jogos Albano Martins Coelho Lima: Pevidém
So ganz rational war es nicht, aber ich hatte mal wieder Lust über Landstraßen zu gurken und nicht die glattbetonierten Mautstraßen zu nutzen. Das bedeutete aber, dass mein zeitlicher Puffer immer mehr zusammenschmolz. Ich joggte also in Felgueiras zu meinem Auto, um den längeren Weg über Landstraßen zu fahren. Hoch lebe die Rationalität.
Der Weg hatte es dann aber in sich und bestätigte mich in meiner Entscheidung. Kurz vor knapp war ich dann am vermeintlichen Stadion, aber ich war mir sicher, dass ich mich verfahren hatte. Nichts deutete auf ein Fußballspiel hin. Im letzten Moment entdeckte ich dann doch den Stadioneingang. Die Straße war aber komplett zugeparkt. Ich wollte schon frustriert umdrehen, als ich ein Rasenstück lokalisierte. Wir sind ja immer noch in Portugal und so fackelte ich nicht lange und lenkte meinen Boliden auf die freie Fläche. Schnell zum Stadion und mit dem Anpfiff (großzügige Auslegung) ging es hinein.
Ich konnte den Security dann überzeugen, dass ich kein Gästefan war und durfte somit auf die schnuckelige Haupttribüne. Drei ältere Frauen hinter dem Tresen kümmerten sich rührend um das leibliche Wohl und generell herrschte hier eine sehr entspannte, dörfliche Stimmung. So verfolgte ich entspannt auf meinem Plätzchen das Spiel.
Die Spieler ließen sich davon aber nicht anstecken, denn auch aufgrund der etwas laxen Leine des Schiedsrichters wurde ganz schön getreten und geschlagen. Nach einer Tätlichkeit und einer Schiedsrichterbeleidigung waren die Gäste arg dezimiert und durften nur noch zu neunt spielen. Dazu wurden zwei Trainer mit der roten Karte auf die Tribüne geschickt. Als Gästefan hätte ich mich verarscht gefühlt. Pevidém war kurz vor dem Platzverweis mit 1:0 in Führung gegangen. Danach fiel ihnen aber mal so gar nichts mehr ein. So wurde es ein ziemlich ödes Spiel, das mit dem spärlichen 1:0 endete.
Pevidém hatte ich bereits 2021 im Exil in einem Vorort von Guimarães gesehen. Nun spielt man wieder im heimischen Stadion. Der Verein hat einen japanischen Investor und vermutlich auch deswegen stand ein japanischer Spieler auf dem Platz. Mittelfristig strebt man wohl den Aufstieg in die dritte Liga an. Mir fallen da einige Mannschaften ein, die ich lieber oben sehen würde- aber mal gucken.
In der Halbzeit wollte ich das Auto umparken, aber ich stellte fest, dass ich die Büchse der Pandora geöffnet hatte und nun zahlreiche Autos vogelwild parkten. Daher ließ ich es gut sein und konnte nach Abpfiff entspannt mein Auto ausparken und weiterfahren.



