Taça de Portugal
Zuschauer: 400
Estádio Municipal Engº Sílvio Henriques Cerveira: Anadia
Das war eine ziemlich beklemmende Woche. Um uns herum loderten Feuer und der ganze Norden war von einer riesigen, giften Rauchwolke überdeckt. Man würde es ja gerne auf den Klimawandel schieben und die heißen Sommer und die relative Trockenheit begünstigen sicher auch den Ausbruch von Feuern. Tragischerweise sind aber ein Großteil der Feuer menschengemacht. Interessen der Holzindustrie, Verrückte, Pyromanen. Die Erklärungsansätze unterscheiden sich und sind alle ziemlich traurig. Wenn wirklich Menschen aus finanziellen Interessen die Brände verursachen und dabei mit dem Leben der Bewohner spielen, ist das einfach nur widerlich. Aber Hauptsache Fußballfans dürfen keine Fahnen mit ins Stadion nehmen. Immer wieder gut zu wissen, wer die echten Schwerverbrecher sind.
Ich wollte an diesem Samstagmorgen eigentlich nach Viana do Castelo fahren, aber dann sah ich, dass Anadia ebenfalls zur perfekten Anstoßzeit um 11:00 ein Heimspiel hatte. Da es sich bei Anadia um den letzten noch fehlenden Ground in der dritten Liga handelte, setzte ich Prioritäten. Anadia liegt zwischen Aveiro und Coimbra und ist somit der von Porto am weitesten entfernte Ground in der Nordstaffel der dritten Liga. Auf dem Hinweg fuhr ich mit dem IC nach Aveiro und stieg dann in den Regio um. Richtig bitter- ich hatte extra die zusätzlichen sieben Euro für den IC gezahlt, um den Regio nach Coimbra auf jeden Fall zu bekommen. Dann stellte sich heraus, dass der Regio schon in Porto losfuhr und in Aveiro weiter nach Coimbra fuhr. Saubitter!
In Aveiro konnte ich dadurch aber zumindest frühstücken und dann kam ich im Niemandsland in Curia an. Dort lief ich dann circa zwei Kilometer die Straße nach oben zum Stadion. Das Stadion lag am Rand von Anadia, sodass ich von der Stadt nichts mehr wahrnahm. Ich kaufte mir mein Ticket und verbrachte dann noch etwas Zeit am Imbiss direkt vor dem Stadion. In der Halbzeit verputzte ich dort ein vorzügliches Spanferkelsandwich. Das machte richtig Laune! Im Stadion gab es noch eine mobile Eisverkäuferin. Da kannst du überhaupt nicht meckern.
Das Stadion selbst ist in Ordnung. Ausbau an zwei Seiten, gut gepflegt. Meinen Enkelkindern werde ich davon vermutlich aber nicht erzählen. Anadia ging als Favorit ins Spiel und spielte gegen einen Vertreter der Azoren. Dieser kam aus Rabo de Peixe und kam somit aus dem Spielort der Netflixserie. Das war schon ziemlich witzig. Anadia gewann am Ende verdient mit 3:0.
Die Rückreise war nicht ganz so einfach, da ich ziemlichen Zeitdruck hatte, da der Klabauterkeaper am Abend noch Vitória gegen Porto gucken sollte. Ich entschied mich dann für ein Taxi mit dem Umweg Coimbra. Von dort nahm ich dann den Fernbus zurück nach Porto. Für ein kurzes Mittagessen mit Hertha-Livestream reichte es auch noch. Sektion Fernbus! Und die erste Ligenkomplettierung ist damit gefallen.




