Taça de Portugal
Zuschauer: 500
Estádio de São Miguel: Gondomar
Man lebt nur einmal! Das Uber ermöglichte mir den Restaurantbesuch im Familienkreis und trotzdem den Besuch meines Wunschspiels in Gondomar. Dachte ich zumindest. 14:55 erwartete Ankunftszeit. Ich fragte bei meinem brasilianischen Fahrer extra noch einmal nach, ob er die Autobahn ausgewählt hatte. „Ja,ja“. Nur leider hatte er Mautstraße umgehen ausgewählt. Bis er das erkannt hatte, hatten wir zehn Minuten verplempert. Kurz vor dem Spielort verfuhr er sich dann noch einmal. „Die Portugiesen schreiben immer zu viele Sachen auf die Ausfahrten“. Auch sonst wurde ich noch mit Hot-Takes zur Situation in Europa, Muslimen und Grenzschließungen versorgt. Danke für Nichts!
Ich konnte die Verspätung in Grenzen halten, da ich mich dann einfach an der Kasse für Gandra versorgte. Der nette Mann gab mir sogar ein Ticket zum Mitgliederpreis und im Stadion wurde auf Selbstselektion gesetzt, sodass ich trotzdem auf der Haupttribüne Platz nehmen konnte. Das Stadion ist für die Liga wieder eine echte Perle. Bemalte Stufen in den Vereinsfarben und ein paar punte Sitzschalen. Das ganze an zwei Seiten.
In Gondomar hatte es bis Mittwochnacht noch ziemlich heftig gebrannt. Es war das nächste Feuer an Porto und die Live-Bilder der Evakuierung waren ziemlich verstörend. Die Feuerwehrleute bekamen das Feuer zum Glück in den Griff und der einsetzende Regen nahm dann jegliche Ängste eines erneuten Ausbruchs.
Es wirkte schon so, dass der Fußball als erstes Zusammentreffen der Gemeinde genutzt wurde. Es wurde viel umarmt, gequatscht und sich einfach des Lebens gefreut. Da durfte ich natürlich nicht fehlen. Am Vereinsheim war ein Hahn an der Leine. Die Gründe sind mir nicht bekannt. In der Halbzeit genoss ich dort den Tripler aus Café, Portwein und Bier! Portugal!
Circa 100 Leute aus Gandra waren mitgereist. Die Heimfans hatten keine organisierte Stimmung. Erst in der Schlussviertelstunde konnte die Heimmannschaft mit dem 1:0 den Siegtreffer erzielen und die nächste Pokalrunde buchen. Ich machte noch einen kurzen Stopp beim Vereinsheim und lief dann zur Bushaltestelle. Im Zentrum gab es schon wieder einen Wochenmarkt und ein kleines Volksfest. Aus der Ferne konnte ich kein kulturelles Trauma feststellen. Mit dem verspäteten Bus ging es zurück nach Porto und dann die letzten zwei Kilometer zu Fuß nach Hause.

