Qualifikation Afrikameisterschaft
Zuschauer: 2.000
Mbombela Stadium
Der Länderpunkt Eswatini fehlte mir noch, sodass ich zumindest einen kurzen Gedanken daran verschwendete auch das Rückspiel zwischen Eswatini und Mosambik zu besuchen. Es stellte sich aber heraus, dass Eswatini sein Heimspiel im südafrikanischen Mbombela (ehemals Nelspruit) austragen würde. Da ich dort sowieso hinfahren wollte, passte mir das gut in den Kram- auch wenn der Länderpunkt Eswatini damit weiter nicht erfolgreich verbucht werden kann. Mit dem Intercape Bus erreichte ich zur Mittagszeit Mbombela. Die Downtown ist leicht runtergerockt und so war es sehr unglücklich, dass ich meinen Abholservice nicht lokalisieren konnte. Ich rettete mich vorerst in einen nahegelegenen Shoprite, der mich jedoch auch nicht mit Wlan versorgen konnte. Also kurz die portugiesischen Roaming-Daten angemacht: In einer Sekunde 5 Euro verknallt- aber zumindest das Kennzeichen des Fahrers herausgefunden und so klappte es im zweiten Anlauf. Netterweise hatte die Unterkunft es für mich eingefädelt, dass mich einer ihrer Mitarbeiter zum Autoverleih an den Flughafen fuhr. Kurze Zeit später fuhr ich ihm im Mietwagen dann hinterher zur Unterkunft.
Als ich nach einer kurzen Ruhepause das Auto wieder anmachen wollte, leuchtete mir ein Dunkles Rot entgegen. Kurz gegooglet und festgestellt, dass es sich um ein Motorproblem handelte. Nach viel Kommunikation (meine südafrikanische E-Sim funktionierte auch erst nach Stunden) wurde mir dann ein Ersatzauto gebracht. Nerviger Zeitverlust- aber zumindest war ich jetzt wieder mobil. Ich fuhr wieder in einen Shoprite, da dort die Tickets für das Spiel am Abend verkauft werden sollten. Der Shoprite war gerappelt voll und die Ticketkassen wurden auch für Geldtransfers genutzt, sodass auch dort eine ziemliche Schlange war. Zudem war das System nicht wirklich operabel. So dauerte es ziemlich lange, bis der Drucker irgendwann meine Karte ausspuckte. 50 Rand und 2,50€ waren allerdings ein mehr als fairer Gegenwert.
In der einbrechenden Dunkelheit fuhr ich dann zurück in meinen Vorort. Südafrika ist einfach komisch. Während ich in Downtown und im Shoprite der einzige Weiße war- war es nun in dem Vorort und im Spar schwierig eine Person nicht-Weißer Hautfarbe zu finden. Irgendwie hinterlässt das immer ein Geschmäckle. Ich verspeiste noch einen Kudu in einem Restaurant und war etwas verstört ob der Buren-Kellnerin, die verhaltensauffällig war.
Dann ging es noch einmal kurz in die Unterkunft und daraufhin mit dem Auto zum Stadion. Man konnte direkt vor dem Eingang parken, denn wie erwartet war das Zuschauerinteresse ziemlich überschaubar. Es war auch lediglich ein Eingang geöffnet. Im Stadion setzte sich dieser Trend dann fort, denn ein Großteil der Toiletten war ebenfalls verschlossen. Zudem brauchte es eine komplette Stadionrunde, um den einzigen geöffneten Kiosk zu finden. Obwohl überall große Schilder hingen, die den Alkoholkonsum verboten, wurden sage und schreibe sechs verschiedene Biersorten verkauft. Mit knapp 4 Euro pro Dose waren die Preise ziemlich gepfeffert. Das hielt die Mosambikaner aber nicht davon ab an der Theke zu performen.
Aufgrund der saftigen Preise entschied ich mich dafür den Bankirrtum zu meinen Gunsten als höhere Fügung zu akzeptieren. Für mein Flying Fish mit Cola hätte ich eigentlich 100 Rand bezahlen müssen- aber schlussendlich wurden es durch einen Rechenfehler 60. Vielen Dank! Später konnte ich bei einer fliegenden Händlerin noch Nüsse erstehen und war somit bestens versorgt für die Partie.
Es war wirklich bemerkenswert, dass fast ausschließlich Mosambikaner im Stadion waren. Einige vermutlich Immigranten, aber der Großteil kam aus Maputo und nutze den kurzen Anfahrtsweg nach Nelspruit. Keine schlechte Wahl, denn auf dem Rückweg kann man die günstigen Preise in Südafrika nutzen und das Auto mit Lebensmitteln und Klamotten vollknallen. Circa 1.800 der 2.000 Zuschauer waren Mosambikaner.
Auf der Gegentribüne formierte sich der Stimmungsblock hinter der großen Mosambikzaunfahne. In dem leeren Stadion knallten die Gesänge richtig und so wurde es eine wirklich coole Fußball Atmosphäre. Für Länderspiele war das wirklich ein richtig guter Auftritt. Auch die Mannschaft zeigte heute eine ansprechendere Leistung und Eswatini wurde mit 0:3 aus dem Stadion geschossen. Angetrieben wurde die Mannschaft vom unermüdlichen Geny Catamo, der ein herausragendes Spiel machte.
Mit dem Spielbesuch schob ich mich in der Groundhopper App auf Platz Eins der Mosambik-Hopper, was mich ziemlich stolz machte. Zwischenzeitlich war mir aber wirklich unklar ob ich den Ground würde zählen können, denn während der ersten Halbzeit eskalierte ein Gewitter genau über unseren Köpfen. Trotz der Blitze, des Donners und des Starkregens wurde das Spiel nicht unterbrochen. Eine wilde Entscheidung.
Das Stadion in Mbombela war Austragungsort von vier Vorrundenspielen der WM 2010. Architektonisch gefällt mir dieses ziemlich gut. Die Sitze erinnern an ein Zebra und die Flutlichtmasten sehen aus wie Giraffen. Inspiration war der nahegelegene Krüger Park. Durch zahlreiche Rugby Spiele wird das Stadion auch regelmäßig genutzt und ist dadurch auch in einem recht guten Zustand.
Der Krüger Park war dann auch mein Stichwort, denn der nächste Tag sollte brutal früh starten. Dadurch ging es dann mit dem Abpfiff nach draußen und mit etwas Herzklopfen schaffte ich die Autofahrt zurück in die Unterkunft. Südafrika- die Hassliebe meines Lebens.







