Distrital Porto
Zuschauer: 250
Estádio Cidade de Rio Tinto
Ich habe mittlerweile so viele Stadien im Großraum Porto besucht, dass die Optionen an den Wochenenden ein wenig zusammenschrumpfen. Sonntag gibt es aber immer noch eine riesige Auswahl an Spielen, wobei diese fast alle zeitgleich angepfiffen werden. So gibt es fast so etwas wie Entschleunigung für mich. Ich suchte mir für heute das Spiel in Rio Tinto aus. Eine gute Anbindung mit der Metro und eine schicke Tribüne waren die beiden Hauptargumente. Ein Ticket bekam ich nicht in die Hand gedrückt, dafür aber circa sieben Lose für die Halbzeitlotterie. Die Auflösung konnte ich jedoch nicht hören- ich weiß nicht, ob ich es verpasst habe oder ob die Lotterie dann doch nicht stattfand. Dabei hatte ich doch so ein gutes Gefühl.
Gegner war einmal mehr Gandra. Zum mittlerweile vierten Mal in dieser Saison besuchte ich also ein Spiel dieser Mannschaft. Der Eindruck war wie immer: Es ist total erstaunlich wie viele Fans mitfahren, aber es gibt wohl kein „fußballferneres Publikum“, als diese Männer und Frauen. Wahnsinnig nett sind sie aber, denn ich setzte mich fälschlicherweise direkt in den Haufen und konnte in der Folge die Gespräche überhören. Groundhoppen bringt einem dem Skill des Unsichtbar seins so nahe wie es nur geht. Niemand nimmt Notiz von einem und man kann einfach ganz entspannt seinen Gedanken nachhängen und die Umgebung beobachten. Ich liebe es!
Ich liebte auch meine strategische Nähe zu der Bar, die Alkohol ausschenken durfte. So trippelte ich einige Male die paar Meter an die Theke und stärkte mich mit leckerem Portwein und einem Schnitzelbrötchen. Dazu beschien mich die Sonne. Es war ein wunderbarer Nachmittag. Auf dem Rasen trennten sich beide Teams schiedlich, friedlich mit 1:1 und manifestierten damit ihre Positionen im Niemandsland der Tabelle. Schnell in die Metro gestiegen und dann war ich auch schon wieder zu Hause.
