01.11.2024 Lusitânia de Lourosa- SC São João de Ver 2:1

Liga 3

Zuschauer: 1.800

Estádio do Lusitânia FC Lourosa

Allerheiligen. Dia te todos os santos. Ich habe Allerheiligen in meinem Kopf immer so zusammen gesprochen, dass mir bisher noch nicht klar war, dass „Allerheiligen“ eben genau das bedeutet: Alle Heiligen. Das wurde mir erst durch die portugiesische Version des Begriffs klar. Mit dieser Dummheit des Schreiberlings setzt Ihr Euch jetzt als Lesende seit Jahren auseinander. „Frühstück in Paris oder Party auf Ibiza“ fragt ein bekannter Deutsch-Rap/Pop-Hit. Dabei ist die Antwort doch so klar: Fußball in Lourosa. Der Feiertag bescherte mir eine Ansetzung um 11:00 an diesem Freitag und da ich ein Auto zur Verfügung hatte, konnte ich die Anreise ganz entspannt gestalten. Lediglich die Parkplatzsuche brachte mich dann etwas in Wallungen und sorgte dafür, dass ich wie gewohnt im Laufschritt das Stadion erreichte. Eintritt musste ich heute nur 3 Euro zahlen, denn der sympathische Opa im Tickethäuschen erinnerte sich an mich und sagte „Für mich bist du mittlerweile Mitglied“. Vielen Dank!

Ich hatte ein ziemliches Dejà Vue, denn wieder regnete es ziemlich stark, sodass wir uns unter die kleine Tribüne kuscheln musste. Klingt vielleicht komisch- aber irgendwie ein ziemlich gemütliches Gefühl, wenn man als zusammengewürfelte Gemeinschaft Schulter an Schulter steht und dem Regen zuschaut. Ich nutzte die Regenpausen, um mich am Kiosk einzudecken. Der beste Kiosk Portugals? Heute setzte sich die Frau auch über das Alkoholverbot hinweg und so durfte ich aus einem nicht beschrifteten Zapfhahn ein Bierchen bekommen. Bei jedem Spiel ginge diese „Grauzone“ aber nicht- klärte sie mich noch auf. Lourosa ist einfach toll.

Toll war auch das Spiel, denn es entwickelte sich ein ziemlich hitziges Miniderby. Das Hinspiel hatte ich ebenfalls verfolgen dürfen. Die dritte Liga befindet sich schon in der Rückrunde, denn im zweiten Schritt werden ja noch die Auf- und Abstiegsrunden gespielt. São João ging kurz vor dem Halbzeitpfiff in Führung. Mit viel Wut im Bauch konnte Lourosa in der letzten Sekunde das Spiel noch drehen. Nach einem Freistoß nickte der Verteidiger von Lourosa in der 93. Minute zum 2:1 ein. Jetzt rastete das ganze Stadion kollektiv aus. Der Siegtreffer war bemerkenswert, da man kurz zuvor sogar einen Platzverweis verknuspern musste.

Bemerkenswert war noch der Freistoßschütze, der als Einwechselspieler zum Einsatz kam und sich mehrfach mit dem Heimpublikum anlegte. Auch nach dem Siegtreffer hatte er nichts Besseres zu tun, als in Richtung der eigenen Fans zu pöbeln. Frei nach dem Motto „Seht her- ich habe es Euch doch gesagt“. Selten so viel toxische Männlichkeit gesehen- vor allem da er wirklich grausam gespielt hatte.

Beide Mannschaften wurden noch von ihren Blöcken gefeiert und ich versuchte im Anschluss noch einen Platz im Dorfrestaurant zu bekommen. Nach kurzer Wartezeit gab es eine Zwangsheirat mit einem weiteren alleinstehenden Herrn und kurze Zeit später aßen wir beide ein vorzügliches Bife. Lourosa- immer wieder gerne.

Hinterlasse einen Kommentar