Primeira Liga
Zuschauer: 2.512
Estádio de São Miguel
Natürlich war das hier das Zielspiel meines Aufenthalts auf den Azoren. Ich bin so nah an einer Ligenkomplettierung und da wollte ich mich jetzt nicht stoppen lassen. Auch wenn das heißt, dass ich für einen Kurztrip unverhältnismäßige CO2-Emmissionen verursache. Ich hatte mir das Gastspiel von Vitória auf den Azoren ausgeguckt- keine Ticketknappheit und trotzdem eine gute Fanszene auf den Rängen war mein Abwegungsprozess. Die Eintrittskarte für das Spiel holte ich mir am Morgen des Spieltags bei Continente. Das Ticket konnte man vorab nämlich nicht in der App kaufen, sondern musste in ein Geschäft auf den Azoren gehen. Der Kauf war aber problemlos und so hatte ich am Stadion keine nervige Ticketbeschaffung mehr zu klären.
Zum Glück hatte ich die Anstoßzeit noch einmal gegengecheckt, denn selbst auf der Eintrittskarte stand eine Anstoßzeit von 16:30. Hierbei handelte es sich jedoch um die portugiesische Kontinentalzeit- Lokalzeit wurde um 15:30 angestoßen. Um 15:00 hatte ich mein Auto abgestellt und die Zeit reichte noch für ein Bifana-Menü an einem mobilen Imbiss. Der Imbiss, den ich mir ausgesucht hatte, wurde auch von der kleinen Abordnung von Insane Ultras von Vitória frequentiert. Nach der Stärkung ging es dann in das Stadion, wo ich einen Platz auf der unüberdachten Gegentribüne hatte. Das Stadion hat Ausbau an vier Seiten und war eine nette Schüssel. Hinter dem einen Tor fanden sich circa 250 Vitória Fans ein. Hinter dem anderen Tor waren circa 20 Fans von Santa Clara, die die Mannschaft versuchten zu unterstützen. Bis auf eine coole Trommel, war das leider eher unterirdisch.
Vitória holte definitiv auch nicht das Maximum aus seinem Auftritt heraus. Die Positionierung im Block war ziemlich luftig und ein Großteil der mitgereisten Leute verfolgte das Spiel im Sitzen. Zwar hatten sie die Stimmungshoheit im Stadion, aber die ganz großen Highlights blieben aus. Für deutsche Augen schon auch immer wieder gewöhnungsbedürftig, wie die verschiedenen Gruppen ebenfalls immer Abstand zueinanderlassen. Aber gut: Vermutlich keine große Überraschung, wenn man selbst im eigenen Stadion auf komplett verschiedenen Tribünen steht.
Das Spiel war ziemlich mies und Santa Clara war die etwas bessere Mannschaft. Die leichte Überlegenheit reichte aus um das Spiel mit 1:0 gewinnen. In der Nachspielzeit verschoss die Heimmannschaft jedoch noch einen Elfmeter. So gab es lange Gesichter bei Vitória, während sich Santa Clara in der Spitzengruppe der ersten Liga festsetzt. Mittlerweile ist man Vierter und kann somit vom europäischen Geschäft in der kommenden Liga träumen. Das wäre als Aufsteiger schon ein irrer Coup.
Ich freute mich über Ground 17/18 und ließ den Tag dann noch in einer Sporting Kneipe ausklingen, wo ich bei leckerem Essen das letzte Spiel vom legendären Ruben Amorim verfolgte.





