Distrital Braga Serie A
Zuschauer: 250
Parque Desportivo Fernando da Cunha Gomes: Braga
Ein schöner Besuch hatte sich an diesem Länderspielwochenende in Porto angekündigt. Die ersten vier Ligen hatten in Portugal spielfrei und dennoch gibt es natürlich sehenswerten Fußball im Angebot. Der Samstag war mit Blick auf die Möglichkeiten etwas ausgedünnt. Wir entschieden uns für das Heimspiel von Maximinense. Maximinos ist eine Gemeine von Braga und das Viertel beginnt im Prinzip direkt hinter dem Bahnhof. Aufgrund diverser Probleme in Porto (Langsame Taktung, Franzosen, Signalstörung) sattelten wir spontan auf eine Anreise mit dem Bus um. Das bedeutete keinen Zeitverlust und so konnten wir noch ein gutes Restaurant ansteuern und bei der Anreise noch die schöne Innenstadt von Braga streifen.
Bei so unterklassigen Spielen spüre ich immer eine noch etwas größere Nervosität. Findet das Spiel wirklich im von mir herausgesuchten Stadion statt, etc? Kurz vor Erreichen des Spielorts, bummerte jedoch Musik aus den Boxen, sodass sich die Ängste schnell im Bragenser Nachmittagswind zerstreuten. Ticket für 4 Euro und eine coole Vereinsbar waren die nächsten guten Nachrichten und in der Folge waren wir nicht die Einzigen, die regelmäßig zwischen unseren Sitzplätzen und der Vereinskneipe hin- und herpendelten.
Das Stadion hatte eine Tribüne auf einer Seite und die typische portugiesische Folklore. Wir zogen drei Lose für die Halbzeitlotterie und der Mann hatte das Potenzial zum Vorsänger- jedenfalls schrie er uns mit Inbrunst bei Verkauf der Lose an. Kleine Abzüge gibt es für den Kunstrasen als Untergrund- aber die hübschen Häuser im Hintergrund entschädigten dafür.
Wir hatten bereits unsere Plätze eingenommen, als uns ein knapp 15-köpfiger Haufen in die Augen sprang. Schnell war klar- hier kam eine Szene in das Stadion. Wir wechselten daher noch den Platz, um ihnen eine solide Positionierung zu ermöglichen. Kurze Zeit später stellte sich dann heraus, dass das die Gäste aus Esposende waren. Die Ultras „Lobos do Mar“ wurden bereits im Jahr 1978 gegründet und ließen mich komplett begeistert zurück. Angereist mit Megaphon, Trommel und Schwenkfahne überzeugte sie mich völlig. Coole Texte, coole Melodien und eine richtig gestandene Truppe. Ich war im Fußballhimmel. Ich vermute auch, dass es sich um eine nicht-legalisierte Gruppe handelt und man unter der Wahrnehmungsschwelle agiert, denn heute war erfreulicherweise keine Polizei im Stadion.
Auch auf dem Rasen konnten die Gäste aus Esposende das Spiel dominieren. Mit 0:7 wurde die Heimmannschaft aus dem Stadion geschossen. Damit grüßt man vorerst von der Tabellenspitze, während sich Maximense auf einem Abstiegsplatz befindet. Ich würde mich über den Aufstieg von Esposende sehr freuen- vielleicht klappt es dann ja sogar mit einem Besuch bei einem Heimspiel.
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