30.11.2024 Amora FC- Estrela Amadora B 2:1

Campeonato Serie D

Zuschauer: 250

Estádio da Medideira: Amora

Ich hatte es irgendwie versäumt mir eine Rückfahrt zu buchen. Vermutlich hatte mein Unterbewusstsein sich die Möglichkeit eines Spielbesuchs auf dem Weg offenhalten wollen. Die Züge waren mir dann etwas zu teuer, sodass ich auf den Fernbus umsattelte, der mit Kampfpreisen um meine Gunst warb. Schlussendlich entschied ich mich für einen Zwischenstopp in Lissabon und den Spielbesuch bei Amora. Für unter 15 Euro ging es von Faro nach Porto. Verrückt.

Ich kam in Lissabon an und da wir etwas vor Zeitplan waren, bekam ich einen früheren Zug als geplant. Ein bisschen krass war die Erfahrung im Vorstadtzug schon. Großzügig geschätzt waren etwa 5% der Menschen weißer Hautfarbe. Das soll komplett so wertungsfrei geschildert werden- aber ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich es im ersten Moment einfach eine ungewöhnliche Situation fand, die in Europa nicht so häufig vorkommt.

Über die herrliche Brücke ging es über den Tejo und dann nach Amora. Die Gegend kannte ich durch den Besuch beim kommunistischen Kultfestival im Jahr 2021 ganz gut. Das Viertel ist eher strukturschwach und so begrüßte mich eine riesige Mariuhannawolke in Amora. Völlig crazy war dann aber, dass ich ein unglaublich schickes und vor allem leckeres Lokal in der Nähe des Bahnhofs fand. Ein herrlicher Wochenendschmaus wie man ihn nur in Portugal haben kann.

Dann ging es die letzten Meter zum Stadion und es war alles perfekt getimet. Für drei Euro bekam ich meine Eintrittskarte und ich hatte im Vorfeld einige Sorgen aufgrund meines Rucksackes gehabt. Schlussendlich ließ ich mir öffentlichkeitswirksam die Deckel meiner Flaschen abschrauben und konnte dann entspannt in das Stadion laufen. Das Alkoholembargo wurde heute durchgesetzt, was aber nach dem Mittagsmahl zu verschmerzen war.

Das Stadion in Amora wurde damals bei der Festa Avante als Zeltplatz missbraucht. Die U-19 hatte ich auf den Nebenplatz gesehen und auch die Hauptmannschaft schon einmal, als sie nach Barreiro ausweichen musste. Nun also endlich im richtigen Stadion. Kann man mal machen, aber kein riesiges Highlight. Die Fans von Amora erwachten auch erst im zweiten Durchgang und sangen dann einige Lieder. Einige Gäste fielen nicht weiter auf.

Amora konnte das Ding mit einem 2:1 nach einem Standard in der Nachspielzeit ziehen. Beide Torjubel der Heimmannschaft waren richtig geil und erfolgten gemeinsam mit den Fans auf der Tribüne. So geht Fußball! Nach dem Spiel verließ ich zügig das Stadion, um meinen Zug zu bekommen. Das scheiterte dann fast an der endlosen Schlange am einzigen Ticketautomat. Die Barrieren waren auch nur schwer überwindbar. Schlussendlich rettete mich die moderne Welt, denn man konnte die Schleusen tatsächlich mit Apple Pay öffnen. Und das ausgerechnet in Amora. In Lissabon drehte ich noch eine kleine Runde durch das Viertel, kaufte Proviant und fuhr dann mit dem blauen Bomber nach Porto. Let’s go!

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