15.12.2024 Polar Pinguin- Frohnauer SC 2:1

Berlinliga

Zuschauer: 80

Sportplatz Markgrafenstraße: Berlin

Der Mensch muss schnell in der Lage sein sich umzuorientieren und sich neue Ziele zu setzen. Die Berlinliga sprang in dieser Phase schreiend vor mir auf und ab. Warum versuchst Du es nicht mit einer Komplettierung fragte sie mich? Und ja: Warum eigentlich nicht? Ein bisschen was ist noch zu tun, aber einen ersten Schritt konnte ich an diesem kalten Sonntagnachmittag gehen, bzw. watscheln. Ich watschelte den Schritt nicht alleine, sondern mit zahlreichen Polar Pinguinen, die mit erstaunlichem Stolz ihre Mannschaft unterstützten. Als ich mir mein erstes Getränk bestellte, brüllte der Bierstand mir plötzlich ein lautes: „Polar, Polar“ entgegen.

In der Folge wechselten meine Gefühlseindrücke zwischen Fremdscham und ehrlicher Begeisterung. Ich glaube am Ende überwog der positive Eindruck. Das Liedgut war ziemlich einzigartig und wurde von circa 10 Leuten getragen. Man wollte sicherlich auch durchgehend einzigartig sein und diese gewisse 11-Freunde Arroganz störte mich auch immer mal wieder. Schlussendlich ist es aber cool, dass sich an einem saukalten Sonntag in der Berlinliga eine kleine Truppe hinstellt und man am Ende ein klares Bild von Polar Pinguin behalten wird und man das Spiel nicht sofort wieder vergisst.

Der Verein wurde 1990 im Pinguin Club, einer Schöneberger Kneipe gegründet. Das war die Stammkneipe einer Hobbytruppe, die sich zum Kicken auf der Reichtagswiese traf. Als diese dichter bepflanzt und ein Fußballspiel unmöglich wurde, fand man die Lösung einer Vereinsgründung, um auch in der Zukunft weiterspielen zu können. Zunächst startete man in der Freizeitliga, aber seit 2015 spielt man auch im regulären Ligabetrieb mit. Sehr beeindruckend, dass man sich jetzt bereits in der Berlinliga befindet. An dem Tag wirkte auch alles extrem stimmig und Getränkeverkauf, Jugend- und Frauenmannschaften auf dem Gelände sprachen für eine rege Vereinskultur.

Beide Mannschaften bewegten sich heute im unteren Mittelfeld und dementsprechend kampfbetont war das letzte Spiel vor der Winterpause. Am Ende konnte Polar Pinguin die Gäste aus Frohnau mit einem 2:1 niederringen. Das machte Spaß! Ebenfalls Spaß machte es dieser Affenkälte zu entkommen und mit der U-Bahn nach Charlottenburg zu fahren. Dort gab es noch ein Schnitzel mit Nemo und dann ging es zügig in die heimischen vier Wände.

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