2. Bundesliga
Zuschauer: 14.280
Baumarkt: Paderborn
Rückrundenauftakt für Hertha BSC! Die ganz große Euphorie kam an diesem wunderschönen Sonntag nicht bei mir auf. Zu aussichtslos ist die sportliche Lage und mir fehlt ein wenig die Fantasie wie wir noch einmal in den Aufstiegskampf eingreifen sollen. Netterweise bekamen wir eine Mitfahrgelegenheit nach Paderborn und fuhren die letzten Meter dann mit dem Shuttlebus zum Stadion. Ähem… Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten ging es in Richtung Gästekäfig, den man nur über eine kleine Tür am Parkplatz betreten konnte. Der Großteil der Leute befand sich bereits im Stadion, sodass ich ruckzuck die Kontrolle passieren konnte.
Der Nachteil war, dass der Block dementsprechend auch schon gut gefüllt war. So stand ich zunächst sehr ungünstig auf der Treppe, ehe ich dann eine entstehende Lücke eiskalt ausnutzte und dort verblieb. Netterweise gesellte sich dann auch Tschernie zu mir. Das war richtig schön mal wieder ein Auswärtsspiel Schulter an Schulter zu verbringen. Am Donnerstag hatte sich der Todestag von Kay gejährt und so befand sich zentral vor dem Block eine große „In Gedenken an Kay Bernstein“ Fahne. Immer noch herzzerreißend welche Lücke Kay auf allen Ebenen hinterlassen hat.
Davon abgesehen verzichteten wir auf eine besondere optische Aktion und glänzten nur mit unserem Tifo. Gerade nachdem meine Augen gestern den Tifo von Cottbus ausgesetzt waren, war es eine Wohltat wieder die schönsten Farben der Welt zu sehen. Akustisch war das heute eher Dienst nach Vorschrift und ich empfand den Block stellenweise als lethargisch. Das war in Ordnung, aber mehr auch nicht. Ich verstehe das schon mit Blick auf die sportliche Situation und dem durchwachsenen Gegner auf den Rängen, aber ein wenig höher sollte unser Anspruch schon sein. Die Liedauswahl fiel mir hingegen insbesondere in der zweiten Halbzeit sehr gut.
Die Heimkurve zeigte vor Beginn der Partie ebenfalls ein Gedenkspruchband an Kay und wurde dafür vom Gästeblock ausdauernd beklatscht. Vielen Dank für die Anteilnahme. In der Folge zeigte man einen durchschnittlichen Auftritt. In unseren Pausen konnte man die Heimkurve einige Male vernehmen, aber der Mittelbereich der Tribüne ist doch immer sehr isoliert und die Zuschauer auf der Geraden stimmen nur selten in die Gesänge ein. Paderborn ist einfach ein Verein, der in der dritten oder in der vierten Liga besser aufgehoben wäre.
Zum Glück sah ich durch meine Positionierung nicht so viel vom Spiel. Das sah teilweise grauenhaft aus. Paderborn spielte zum Glück auch nicht gut und ließ zudem reihenweise dicke Chancen aus. Wir zeigten uns hingegen endlich mal effizient und konnten durch ein wunderbares Tor von Derry mit 0:1 in Führung gehen. Ebenjener Derry Scherhant holte dann in der zweiten Halbzeit noch clever einen Elfmeter heraus. In die Paderborner Druckphase hinein konnte man dadurch mit 0:2 in Führung gehen. In der Folge verteidigte die Mannschaft mit Leidenschaft und hatte offenbar ziemliche Unterstützung von Fortuna. So konnte Paderborn in der Nachspielzeit nur noch den Anschlusstreffer erzielen. Zefuik riss in der letzten Szene des Spiels noch seinen Gegenspieler im Strafraum um und hatte Glück, dass der Schiri diese Aktion nicht pfiff. Das war keine gute Leistung. Wenn das der Startpunkt einer Serie ist, fragt am Ende keiner mehr nach. Aber ich habe weiter massive Zweifel am Trainer und der momentanen Verfassung der Mannschaft.
Nach dem Spiel wurde die Mannschaft noch freundlich beklatscht und dann ging es für mich zu Fuß und nicht mit dem Shuttlebus zum Hauptbahnhof, um meine Ehre zumindest ein bisschen aufzubessern. Dort traf ich dann den Rest der kleinen Herthafamilie. Wir hatten uns für den Schwenk über Kassel entschieden, um den Abreisestress etwas zu reduzieren. Auch hatten wir uns entschieden mit Hilfe von Trick 17 eine frühere Verbindung zu nehmen. Diese Entscheidung war Gold wert, denn der Kniff ging auf und später stellte sich heraus, dass unsere eigentliche Verbindung ausgefallen wäre und wir in Kassel gestrandet wären. Vielen Dank und Ha Ho He!