21.02.2025 Hertha BSC- 1. FC Nürnberg 0:0

2. Bundesliga

Zuschauer: 41.752

Olympiastadion: Berlin

Scherzhaft hatte ich vor einigen Wochen gesagt, dass bisher alles Hollywood in unserem Leben war. Viel Zeit, wenig Verpflichtungen und somit auch viele Möglichkeiten für die schönen Dinge des Lebens (lies: Fußball!). Diese Woche war der erste Vorgeschmack darauf, dass Hollywood sich langsam, aber sicher einen anderen Protagonisten sucht. Die Verpflichtungen des Lebens haben mich nach einem wunderbaren Jahr leider wieder eingeholt. So hatte ich keinen Kopf für das Spiel, als ich nach einer anstrengenden Woche in die S-Bahn stieg. Ein frühes Ankommen am Stadion war heute undenkbar und so war ich richtig froh, dass ich am Ende „schon“ 18:00 am Stadion eintraf.

Ich bin überhaupt kein Freund vom Achtsamkeitshype, aber heute hätte mir vermutlich eine ehrliche Atemübung geholfen, um anzukommen. Aber es hilft ja alles nichts- also versuchen im Kopf das Programm zu wechseln und auf Fußball und Hertha umzuschalten. Im Laufschritt nach unten, Leute begrüßt und noch ein bisschen gequatscht, ehe dann langsam der Support aufgenommen wurde.

In der ersten Halbzeit gehörte die akustische Bühne erst einmal nur uns. Teile der Fanszene aus Nürnberg waren auf der Autobahn in eine Vollsperrung geraten und schafften es somit erst kurz vor dem Pausenpfiff in den Block. Den „Einlauf“ fand ich dann sehr unglücklich. Sofort vermummte man sich unter einer Blockfahne, die dann jedoch die ganze Halbzeit oben blieb. Wenn man sich mit dem Timing verschätzte, dann hätte ich dafür vollstes Verständnis. Wenn das aber der Plan war, dann fände ich den „Einzug“ etwas befremdlich. So nahm man sich die Chance auf ein fettes Ausrufezeichen und verpasste die Möglichkeit schon vor der Halbzeit der Mannschaft und uns zu zeigen, dass man da ist. Die Pyroshow in der zweiten Halbzeit war dann dafür umso stärker und hatte neben zahlreichen, gut verteilten Fackeln auch einige Raketenelemente. Das sah super aus! Der Zeitgeist geht momentan, aber definitiv zur Zweitfackel. In der Folge sah der Block gut aus- auch wenn bei uns aufgrund der eigenen Lautstärke nicht so viel bei uns ankam. Nürnberg ist definitiv eine der Szenen in Deutschland, die ich sehr schätze.

Wir erwischten einen guten Tag. Zwei gut aufgelegte Vorsänger motivierten die Kurve immer wieder durch passende Ansprachen und heute saß die Liedauswahl auch nahezu perfekt. So konnte die Kurve eigentlich das gesamte Spiel überzeugen uns auch ich hatte etwas überraschend Spaß an diesem Spiel.

Mit Blick auf die verkorkste Woche, guckte ich in der S-Bahn auf dem Weg zum Stadion nach der Quote für ein 0:0. Als eine 20 aufleuchtete, traute ich meinen Augen kaum. Das 0:0 erschien mir nach dem erfolgten Trainerwechsel die wahrscheinlichste Option. Also feuerte ich noch einen 10er raus, um mich abzusichern und war somit der heimliche Gewinner des Abends. Guter Realitycheck, denn trotz des Scheines, fieberte ich dem Siegtreffer konsequent entgegen.

Der Auftritt der Mannschaft war versöhnlich und so gab es verhaltenden Applaus. Ich machte mich dann auch zügig aus dem Staub und erledigte auf dem Heimweg noch eine lästige Pflichtaufgabe, ehe es dann komplett erschöpft ins Bett ging.

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