26.02.2025 VFB Linz- Mosella Schweich 2:2

Rheinlandliga

Zuschauer: 120

Kaiserstadion: Linz

In dieser Woche sollte ich beruflich einige Tage in Bonn verbringen. Ich freute mich viel zu sehr, dass zumindest ein Spielbesuch möglich sein sollte. So fühlte sich der Ausritt nicht ganz so sinnlos an. So ganz bin ich im Berufsleben noch nicht angekommen und umso wichtiger war ein Ausgleich am Abend mit dem geliebten Fußball. Ich entschied mich für den Spielbesuch im schönen Linz am Rhein. Mit dem Fahrrad überquerte ich noch in Bonn den Rhein und dann ging es mit dem Regio rechtsrheinisch nach Linz. Deutschlandticket- du bist ein Herz.

Neben der Lust auf den Fußball begleitete mich auch die Lust auf Wein durch die Woche und so suchte ich in Linz eine Weinstube auf. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich im Ausland schon einmal so einen Kulturschock erlebte wie in dem Moment, in dem ich die Tür durchschritt. Am Vorabend von „Weiberfastnacht“ war der Laden zum Teil schon voller Jecken. Weitere deutschtümelige Genoss*innen versammelten sich in dem Lokal. Bedient wurde ich erst einmal nicht und nachdem der Wirt von einem Gast auf mich aufmerksam gemacht wurde, bekam ich einen Spruch gedrückt und durfte dann kurze Zeit später endlich an meinem Wein nippen. Dolce vita!

Mit Blick auf das Zeitbudget, passte der Stopp perfekt und kurze Zeit später machte ich mich dann auf den Weg zum Kaiserbergstadion. Das Stadion hatte ich bereits vor einigen Jahren beim Wandern entdeckt. Ein bekannter Wanderweg führt direkt am Stadion entlang. Schon damals imponierte mir die majestätische Lage direkt auf einem Hügel am Rhein. Nachteil der Lage war, dass ich im Dunkeln dann auch die Serpentinen nach oben stapfen durfte. Etwas gruselig, aber auch eine besondere Anreise. 6 Euro kostete die Zulassberechtigung zum Abstiegskracher in der Rheinlandliga. Gewitzelt wurde viel über einen möglichen Zuschlag, da es wohl das erste Spiel mit der neuen Flutlichtanlage war.

Mein erster Stopp führte mich in das Vereinsheim und schlussendlich sollte ich das gesamte Spiel auf dem Balkon von ebenjenem verfolgen. Zu verlockend war die Nähe zu fanfreundlich bepreisten Getränken und so freute ich mich über einige Feierabendradler. Das Stadion war grundsolide. Ein paar Stufen, das nette Vereinsheim und ein liebevoll gestalteter Spieltagsablauf lassen mich ein positives Fazit ziehen.

Auf Seiten der Heimmannschaft lagen die Nerven aufgrund des Abstiegskampfs ziemlich blank und so herrschte ein rauer Umgangston zwischen den Fans. Ein Vereinsoffizieller träumte mehrfach laut davon einen motzendenden Opa vom Balkon segeln zu lassen. Der Schiri wurde hart angegangen- mein Highlightspruch war: „Der läuft wie ein Känguru und pfeift wie ein Idiot“ und auch zwischen einem Spieler und Zuschauern gab es ein Wortgefecht. Die Gäste zeigten ein ganz anderes Gesicht und pushten sich positiv von der ersten bis zur letzten Minute. Jeder gelungene Pass, jedes Tackling und jeder Schuss wurden frenetisch gefeiert. Das machte einen richtig guten Eindruck und so tat es mir leid, dass sie schlussendlich dafür nicht mit einem Sieg belohnt wurden. 2:2 hieß es am Ende, wobei die Gäste zweimal geführt hatten und erst in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen mussten.

Nach dem Spiel wurde es noch etwas hektisch und es gab eine kurze, aber heftige Rudelbildung. Für mich ging es die Serpentinen dann wieder hinunter zum Bahnhof. Mit der für das Rheinland typischen Verspätung, brachte mich der Zug zurück nach Bonn Beuel. Dann ging es mit dem Fahrrad über die Brücke und schnellstmöglich ins Bett.

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