2. Bundesliga
Zuschauer: 22.500
Eintracht Stadion: Braunschweig
Dit ist nicht mehr meene Hertha! Auswärtssieg? Kantersieg? Muss ein Traum gewesen sein.
Mächtig gesundheitlich angeschlagen ging es für mich am Spieltag mit dem Auto zum Stadion an der Hamburger Straße. Ich wollte mich eigentlich gemütlich am Gästeblock absetzen lassen, aber aufgrund einer Straßensperrung trat dann doch das ein, was ich vermeiden wollte: Ich stieg unmittelbar vor der Heimkurve aus dem Auto. An einer nahegelegenen Kneipe traf ich noch zwei Freunde, die heute dem falschen Verein die Daumen drückten. Vielen Dank dennoch für den kurzen Plausch. Ich habe mich sehr gefreut Euch zu sehen.
Dann ging es relativ entspannt durch die Sicherheitskontrolle und dann in den unteren Bereich des Blocks. Mit Hallo sagen und meine Keime halbwegs bei mir behalten war ich dann auch bis zum Anpfiff gut ausgelastet. Verantwortungsbewusst war es vermutlich nicht unbedingt, aber ich konnte es einfach nicht über das Herz bringen mich in den oberen Bereich zu verkrümeln und still das Spiel zu verfolgen.
Die perfekte Gelegenheit für einen kleinen Exkurs zu diesem Thema. Eintracht Braunschweig verkauft die Karten im Gästeblock für 18,50€. Bis letzte Saison gab Hertha diese Tickets auch zu diesem Preis weiter. Mittlerweile wird standardmäßig ein Aufschlag von 10% veranschlagt. Ob dieser Aufschlag von Eventim kommt oder von Hertha selbst wird nicht transparent gemacht. Plötzlich kostet ein Stehplatz somit schon 20,35€ und liegt über der magischen Grenze von einem Zwanni. Dabei bleibt es aber nicht, denn bei Stehplätzen hat man beim Ticketkauf nur die Möglichkeit den Versand auszuwählen. Zwar wird vorher kommuniziert, dass man das Ticket auch auf der Geschäftsstelle abholen kann- de facto ist diese Option im Bestellprozess jedoch nicht auswählbar. So zahlt man am Ende 25,35€ für einen Steher und Hertha kassiert schätzungsweise pro Ticket 5 zusätzliche Euros (Versand kostet 90 Cent- steht auch auf dem Brief). Das ist schon ziemlich frech.
Da viele Leute aus der aktiven Fanszene Auswärtsabos haben, ist man davon nicht so betroffen. Trotzdem super, dass das Thema jetzt mal aufgegriffen wurde. Das machte mich die letzten Wochen fuchsig.
Die Fanszene von Eintracht Braunschweig hatte heute ungünstige Bedingungen für den Support. Trotzdem muss konstatiert werden, dass man die Südkurve fast nie vernehmen konnte. Die aktive Fanszene wirkt in Block 7 weiter isoliert. Per Spruchband attackierte man die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens „Niedersachsens größte Schande- D. Behrens und ihre Bullen-Bande“. Den Unmut kann man nach der unsäglichen Kürzung des Gästeverbots beim Niedersachsenderby gut verstehen. Auch heute war die Polizeipräsenz unerhört hoch. Die Frau ist definitiv eine Hardlinerin.
Mit 1:5 schossen wir die Braunschweiger Eintracht aus dem Stadion. Eine fantastische Leistung war das immer noch nicht, aber die Umstellung auf die schnelle Doppelspitze aus Reese und Scherhant zeigte Wirkung. Man stand hinten sicher und kam endlich mal ins Umschaltspiel. Zudem stimmte heute auch die Effektivität. Braunschweig war aber auch erschreckend schlecht.
Für den Rückweg hatte ich mir einen Masterplan zurechtgelegt. Dank aufgehobener Zugbindung hatte ich Flexibilität und mit einem Nextbike hätte ich einen sehr frühen Zug bekommen. Nur bitter, dass die Räder in Braunschweig nicht über die App gebucht werden konnten. So ging dieser Plan schief und ich lief erst ein wenig und nahm dann einen Bus zum Bahnhof. Dort musste ich dann noch warten, bis der verspätete Zug einfuhr. Zum Glück war die Fahrt aber nicht lang und so erreichte ich kurze Zeit später Berlin. Gerne mehr solcher Auswärtsfahrten.
PS: Danke an die Sektion Braunschweig für die Fotos



