Regionalliga Nordost
Zuschauer: 1.291
Volksstadion: Greifswald
Mittwochnachmittag auf einem Supermarktparkplatz in Berlin. Drei heldenhafte Herthaner treffen sich, um in den hohen Norden aufzubrechen. Uns allen fehlte noch der Ground in Greifswald und die Aussicht diesen mit Chemie zu kreuzen war einfach zu verlockend. Mit dem Auto fuhren wir nach Greifswald und mit Blick auf das Nerdlevel in diesem Auto hätte die Fahrt auch gut und gerne bis nach Helsinki gehen können. Hertha, Groundhopping, Fußballdeutschland. Die Themen gingen uns nicht aus und die Fahrt machte richtig Spaß! Vielen Dank an die beiden Mitstreiter.
An der Tageskasse holten wir uns dann Tickets. Ich hatte den reduzierten Vorverkaufspreis um einige Minuten verpasst. Ein ausgedrucktes Print @Home Ticket war dann ein echter Nackenschlack. Wenig überraschend war ziemlich viel Hansa zugegen. Recht vorsichtig bewegten wir uns daher und nahmen unsere Plätze auf der kleinen Holztribüne mit Sitzschalen ein. Wir wurden aber komplett in Ruhe gelassen und so richtig mulmig war mir heute auch trotz der Hansa-Präsenz nicht.
Das Spiel wurde knapp 15 Minuten später angepfiffen, da die Chemiker etwas zu spät ankamen. Tatsächlich waren diese dann aber knapp 5 Minuten nach dem eigentlich anvisierten Anpfiff im beflaggten Block. Die Sonne ging langsam unter und das war ein Abend für Fußballromantiker. Das spärlich beleuchtete Stadion wurde immer mal wieder von einzelnen Fackeln im Gästeblock erhellt. Dazu das großartige Liedgut von Chemie, die Mitmachquote. Das war Ultrà in Reinform.
Greifwald hatte auch ein paar Leute, die sangen. Das wirkte aber eher weniger ultraorientiert, sondern wie ein normaler Fanclub. Das Stadion fand ich ganz süß- es hatte zumindest einen speziellen Charakter. Das kann man schon so machen.
Nach dem Spiel ging es dann zügig zum Auto. Wir bekamen noch die letzten Züge einer Festnahme mit und einer machte einen schnellen Fuß in den nahegelegenen Wald. Keine Ahnung was da los war. In ebenjenem Wald war über die gesamten 90 Minuten auch ein düster aussehender 20er Haufen zu sehen. Wir hinterfragten keine Hintergründe mehr, sondern sprangen in das Auto und fuhren bei spektakulärem Sternenhimmel zurück nach Berlin. Ein paar Umstiege und dann war ich kurz vor Mitternacht im Bett. So kann ein Mittwoch auch funktionieren.


