04.05.2025 Hertha BSC- SpvGG Fürth 1:0

2. Bundesliga

Zuschauer: 48.047

Olympiastadion: Berlin

Die Saison ist sportlich mehr als gelaufen und so war die Motivation für das Heimspiel gegen Fürth relativ begrenzt. Die Tatsache, dass mehr als ein Monat seit dem Spiel vergangen ist, macht es nicht unbedingt einfacher zu rekonstruieren, was passiert ist. Bitte seht es mir nach, dass das vermutlich nicht der Bericht des Jahrhunderts wird. Das Wetter war mies und so schloss ich mich gerne einer kleinen Runde im Stadionrestaurant an, um die Zeit im Trockenen zu verquatschen. Dann ging es circa 45 Minuten vor dem Anpfiff runter in die Kurve.

Die Meinungen zu Fürth weisen immer eine erstaunliche Bandbreite auf. Manche finden Fürth für eine kleine Szene mit klarer Handschrift ziemlich cool. Andere hängen sich an den geringen Auswärtsfahrerzahlen auf und stellen Fürth gefühlt auf eine Stufe mit Wiesbaden. Ich habe mich ja schon öfter als kleiner Fan geoutet und auch heute fand ich, dass Fürth das Maximum aus den begrenzten Mitteln herausholte. Im unteren Bereich des Blockes wurde ein großes Kleeblatt ausgelegt. Dazu gab es links und rechts per Folienbahnen den Namen des Vereins „SPVGG Fürth“. Die zentrale Fahne wechselte im Laufe des Spieles drei Mal. Das habe ich so oft auch noch nicht gesehen und bewegte einen bösen Beobachter zu dem Kommentar „Mehr Fahnenrucksäcke als Leute“. Akustisch kam wie erwartet nichts bei uns an. Nach dem Spiel gab es noch langwierige Diskussionen zwischen der Mannschaft und den Fans.

In Berlin war die Marcelinho Mania ausgebrochen. Erstmals seit Jahren besuchte unsere Legende mal wieder die Hauptstadt und absolvierte zahlreiche Termine mit Hertha Bezug. Er wurde offiziell zum Fahnenträger ernannt und der Verein zelebrierte seine Karriere mit schicken Highlight Videos. Auch für mich war das ein starker Moment zu sehen, wie Marcelinho noch einmal vor der Kurve stand. Deutlich spürbar aber der Altersunterschied in der Kurve. Wir etwas Älteren waren merklich emotionalisierter als die Jungschen.

Das Spiel war Magerkost. Fürth war erschreckend harmlos und Hertha machte nur das Nötigste. Das reichte für ein biederes 1:0. Kenny hätte mit einem Tor vom eigenen Strafraum noch für das absolute Highlight sorgen können, aber der Ball ging 20 Zentimeter am Pfosten vorbei. Die Stimmung passte sich dem Spielgeschehen an und war heute erschreckend schwach. Absolute Lethargie- aber auch irgendwie verständlich.

Nach dem Spiel bekam ich noch meine Münster Karte ausgehändigt und mir fiel ein Stein vom Herzen. Dann ging es mit dem Fahrrad durch den Grunewald und von dort zurück in die heimischen Gefilde.  

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