2. Bundesliga
Zuschauer: 12.422
Preußenstadion: Münster
Von der Straße kamen ungünstige Signale aufgrund vieler Staus auf den Weg nach Münster. Umso besser im Zug zu sitzen und die Fahrt nach NRW mit einem Sekt- und Saftfrühstück einzuleiten. Es könnte alles immer schlimmer sein. Gegen Mittag kam ich dann im sommerlichen Münster an und entschied mich spontan noch für eine Pizza und einen Frisörbesuch, um die Zeit bestmöglich zu nutzen. Dann drehte ich noch eine Runde durch die Münsteraner Innenstadt, die schon wirklich sehenswert ist. So verbummelte ich entspannt die Zeit und lief dann auch noch zum Aasee, um das Sommerfeeling perfekt zu machen.
In unmittelbarer Stadionnähe hatte ich dann noch ein portugiesisches Lokal gesichtet. Das wäre die Kirsche auf der kulinarischen Torte gewesen- aber dort empfing mich leider nur ein Schild, dass man auf unbestimmte Zeit geschlossen sei. Schade- aber vielleicht im kommenden Jahr. Wer etwas klären möchte, kommt da hin!
Trinkgut statt Portugiesen und dann verfranzte ich mich ziemlich im Versuch den Gästeblock zu finden. Schön an der Heimkurve vorbei und dann in eine Sackgasse zu einem Art Vereinsheim. Stark! Da ich aber zumindest nur teilzeitdumm bin, wurde der Fehler nicht bestraft. Im zweiten Anlauf fand ich dann auch den richtigen Zufahrtsweg und war dann am Gästeblock angekommen. Die Securities waren ziemlich freundlich und so entschied ich mich spontan dazu heute auf Tasche und Fleecejacke zu verzichten und leicht wie ein Vogel dem Spiel beizuwohnen. Bei den fast tropischen Temperaturen vermisste ich den Ballast auf jeden Fall nicht.
Unsere Fanszene kam aufgrund des Staus erst circa 30 Minuten vor dem Anpfiff in den Block. Das reichte zumindest für eine gute Positionierung und das Aufhängen der Fahnen. Nach ein bis zwei Gesprächen, ging es dann aber fast direkt mit einem neuen Lied los. Für unsere Verhältnisse eher komplex und ich bin noch etwas unentschlossen. Textlich finde ich gerade die erste Strophe richtig gut- richtig eingeschlagen hat es heute aber auch noch nicht. Es wäre aber nicht das erste Lied, das etwas Anlaufschwierigkeiten hat und sich dennoch noch etabliert. Ich bin gespannt.
Nach dem Spiel sollte die Heimkurve der Münsteraner im Zuge des Stadionumbaus abgerissen werden. Die Fanszene zeigte daher zu diesem Anlass ein Intro. Zu dem Motto „Stufen, die die Welt bedeuten“ gab es mit Pappen ein einfaches Muster und im Anschluss grüne Shooter und einige Fackeln. Das sah ehrlich gesagt ziemlich stark aus. Auch in der Folge hatte die Kurve einen wirklich optisch guten Auftritt. Immer mal wieder wurden Fackeln und Rauchtöpfe gezündet. Durch das fehlende Dach wirkte das einfach oldschool und war für mein Auge eine ästhetische Abwechslung. Das gefiel mir richtig gut- aber die Tage ohne Dach sind ja auch in Münster leider gezählt. Durch die enorme Entfernung der Kurve zu uns kam akustisch bei uns leider nichts an.
Wir zeigten einen ordentlichen Auftritt. Die Bedeutungslosigkeit des Spiels schlug sich auch ein wenig im Support nieder und so wurde teilweise auf experimentelles Liedgut gesetzt. Insbesondere die Staatsmacht war heute auf Kleidung, sowie Spruch- und Stimmband nicht gern gesehen. Holte mich ab und war ein ordentliches letztes Auswärtsspiel. Etwas Aufregung gab es noch, als der Fanszenefotograf von Münster direkt am Gästeblock vorbeispazierte. Maximal unclever.
Auf dem Spielfeld zeigte Hertha mal wieder eine maximale Nichtleistung. Zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass man das Spiel auch gewinnen könnte. Münster war griffiger, Münster kämpfte und machte das spielerisch auch passabel. 2:0 endete die Partie am Ende völlig verdient. Der Spielstand wurde von Leitl abermals nicht genutzt, um einem der jungen Spieler mal die Chance zu geben. Bisher ohne Frage das größte Fragezeichen (No Pun intended). Nach dem Spiel gab es versöhnliche Worte von uns und Strafrunden für die Spieler. Das war schon ziemlich interessant.
Die Münsteraner Fanszene zelebrierte im Nachgang noch den Abschied von ihrer Kurve und blieb noch lange im Stadion. Wir machten uns zügig auf den Weg zum Auto, wurden noch von einer Münster Kutte angequatscht, die wohl in den 80er Jahren schon mal bei einem Gastspiel von Münster im Olympiastadion war und erreichten dann ereignislos gegen 0:30 unser Zuhause. Danke für die erneute Mitfahrgelegenheit.
