Kreispokal Köln
Zuschauer: 80
BZA Sürther Feld Ost: Köln
Erst im Zug erlaubte ich mir einen Blick auf die heute anstehenden Spiele im Großraum Köln- Bonn. Schnell blieb ich beim Halbfinale des Kreispokals Rhein-Erft hängen. Ich wollte aufgrund des Schienenersatzverkehrs um jeden Preis eine Fahrt in den Stadtkern von Köln vermeiden. Eine Anreise mit der 16 erschien mir zwar auch leicht lebensmüde, aber zumindest nicht völlig abwegig. Als ich dann auch noch einen Kumpel überzeugen konnte mitzukommen, war die Entscheidung getroffen. Nach getaner Arbeit trafen wir uns am Bonner HBF und wurden direkt von der Hiobsbotschaft der Verspätung getroffen. Zum Glück waren wir beide geistesgegenwärtig und hatten für trinkbaren Proviant gesorgt. So verging die Wartezeit im Flug und als Ölsardine ging es dann in Richtung des heutigen Grounds.
Kurz vor dem Anpfiff erreichten wir die Sportanlage, die wir ohne Ticketkauf betreten durften und suchten uns ein Plätzchen auf einer der Stufen. Auf der gegenüberliegenden Seite gab es noch einen begrasten Hügel und das Vereinsheim hatte einen Balkon, von dem man auch das Spielfeld sehen konnte. Ich war definitiv schon auf schlechteren Plätzen unterwegs.
Wir nutzten das schöne Wetter und pendelten ein wenig zwischen unserem Platz und dem Vereinsheim. Die Getränkeauswahl war gut und auch ein Eis gab es. Nur die Preise waren eher steil- vermutlich bin ich da aber durch Berlin und Brandenburg etwas verwöhnt. Es war ein richtig schöner Abend.
Das Spiel wurde gallig geführt und lange stand es 1:1. Der Schiedsrichter zeigte schon die Nachspielzeit an. Alle hatten die Rechnung aber ohne Kevin Ngangala gemacht. Durch ein Solo und einen perfekten Abschluss in den Winkel erzielte er das Siegtor für Hilal-Maroc Bergheim. Danach sprintete er zu den Heimfans und verkündete die Botschaft „Gott ist groß“. Verknüpft mit der Aussage, dass Qualität sich durchsetze. Das war eine der interessanteren Aussagen im Rahmen eines Fußballspiels.
Ich war bereit an den göttlichen Willen zu glauben, denn so blieb mir die Nachspielzeit erspart. Wir liefen noch schnell zur Tram und waren somit zu einer humanen Zeit zu Hause. Danke Kevin Ngangala, danke Gott!



