Superliga
Zuschauer: 35.972
Parken: Kopenhagen
Kurz vor der Abfahrt in unseren Urlaub sprang mir diese Ansetzung ins Auge. Der FC Kopenhagen hatte die Chance durch einen Sieg im Heimspiel die Meisterschaft zu feiern. Das klang ein bisschen zu gut, um dort nicht versuchen dabei zu sein. Während man für das Pokalfinale am darauffolgenden Donnerstag problemlos Karten kaufen konnte (was ich fälschlicherweise tat), war das Spiel erst einmal ausverkauft. Es gab jedoch die Möglichkeit sich auf eine Mailingliste setzen zu lassen. Am Mittwoch kam dann eine Mail, die darauf hinwies, dass es noch einmal einige Restkarten geben würde. An dem Donnerstag war ich im Onlineshop und wie angekündigt poppten immer mal wieder einzelne Karten im Saalplan auf. Das Konzept war die Einzelplätze in dem Stadion aufleuchten zu sehen, sie dann schneller als alle anderen in den Warenkorb zu packen und sie zu bezahlen.
Dieses lustige Spiel ging ich für ganze zwei Stunden mit. Bestimmt zehn Mal hatte ich die Plätze bereits im Warenkorb, aber am Ende scheiterte die Zahlung aufgrund eines technischen Fehlers. Es sagt vermutlich einiges über mich aus- aber auch nach zwei Stunden konnte ich damit nicht aufhören und versuchte es immer weiter. Am Ende hatte ich es dann tatsächlich geschafft konnte einen Platz buchen. Unangenehmer Nebeneffekt: Meine dumme Hartnäckigkeit wurde am Ende einmal mehr belohnt und ich fühlte mich in meinem Verhalten bestätigt…
Am Spieltag selbst regnete es in der Metropolregion Malmö, Kopenhagen wie in Strömen. Ich dankte meiner Regenjacke für ihre guten Dienste und verfluchte meine Schuhe für ihr komplettes Versagen. Mit triefend nassen Füßen und einem makellos trockenen Oberkörper bestieg ich also den Regionalzug von Malmö nach Kopenhagen. Dort schleppte ich mich weiter durch den Regen und verköstigte in einem sündhaft teuren Restaurant die dänische Spezialität Smørrebrød. Fühlt sich schon immer noch gut an so etwas einfach machen zu können und auch mental hinzubekommen es dann wirklich zu machen.
Dann ging es für mich zu Fuß zum Stadion. Die Kopenhagener Szene hatte gerade ihre Kurve betreten und einen riesigen Berg an Bierdosen und Böllern hinterlassen. Die Pfandsammler rieben sich die Hände und schleppten säckeweise Dosen weg. Am Einlass gab es überhaupt keine Schlange und so betrat ich circa eine Stunde vor Anpfiff das Stadion. Aufgrund der schwierigen Kartensituation hatte ich keine Möglichkeit die Lage des Platzes zu verifizieren. Es war ein kleiner Dämpfer, dass ich nah an einer Wand saß und somit keinen uneingeschränkten Blick auf die Kurve hatte. Schade, aber heute zählte es einfach dabei zu sein.
Vor dem Spiel stellte ich mich noch ein bisschen zentraler an die Balustrade und dort waren die Gesänge auch ziemlich laut. Ich vermute daher, dass diese fette Wand auch die Akustik etwas schmälerte und ich daher keinen guten Eindruck der Kurve erlangen konnte. Laut wurde es dennoch und auch die Melodien gefielen mir weitestgehend gut. Die SXTN-Melodie auf die auch Saarbrücken singt, wurde ebenfalls genutzt und die feiere ich wirklich immer sehr.
Zu Beginn der Partie gab es eine kleine Choreo auf der Gegentribüne mit blauen Pappen und dem FC Kopenhagen Logo. Ich bin mir nicht zu 100% sicher, ob das nicht vielleicht sogar eine Vereinschoreo war. Unwissenheit olé! Sehr bemerkenswert war noch die Gummitierchen Aktion der Kopenhagener, die seit 2004 jedes Jahr am letzten Spieltag durchgeführt wird. 2004 kaufte Parken Sport & Entertainment (Klub‑Eigner) einen Wasserpark und wurde dafür von den Rivalen Bröndby verspottet. Kopenhagen Fans nahmen das auf und machten sich ihrerseits durch den Wurf von Gummitieren darüber lustig. 21 Jahre später hat die Aktion wahnsinnige Ausmaße angenommen. Eigentlich fliegen die Tierchen in der 13. Minute, aber der Verein hatte aufgrund der Angst um eine Spielunterbrechung (Stichwort Meisterspiel) um einen Start zur Halbzeit gebeten. Teils in der 13. Minute und dann großflächig zur Halbzeit segelten dann im ganzen Stadion Gummitiere und Reifen durch das Stadion. Völlig verrückt und noch nie so etwas gesehen. Die Kurve Kopenhagen wollte sich wohl nicht ganz darauf einlassen und so flogen kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit noch einmal einige Tierchen auf das Spielfeld und die Partie wurde kurz unterbrochen. Während der Partie zeigte die Heimkurve immer mal wieder kleinere Pyroshows. Das war schwer in Ordnung.
Die Gäste aus Nordsjaelland hatten erwartungsgemäß einen schweren Stand. Zu Beginn der Partie zündeten sie etwas Rauch. In der Folge waren sie nur ab und an auf meinem Platz zu vernehmen.
Auf dem Rasen konnte Kopenhagen früh in Führung gehen und damit die größten Ängste beseitigen. Ziemlich routiniert konnte das Spiel mit 3:0 gewonnen werden und somit aus eigener Kraft der Meistertitel eingefahren werden. Nach dem Abpfiff gab es keinen riesigen Ausbruch und keinen Platzsturm. Wir warteten alle recht verzweifelt auf den Aufbau der Bühne auf dem Spielfeld und dann konnte irgendwann auch der Pokal in die Höhe gereckt werden. Die Kurve untermalte das auch noch einmal mit einigen Fackeln. Etwas komisch war die Szenerie schon. Gar nicht so einfach damit umzugehen, wie man so ein Event dann flankiert oder damit umgeht.
Für mich war dann Schluss und die selbstfahrende U-Bahn brachte mich zum Kopenhagener Hauptbahnhof. Kurze Zeit später ging es dann mit dem Zug über den Öresund und zurück nach Malmö. Europa= Liebe!









