Norwegian Youth Cup
Zuschauer: 80
Føyka kunstgress: Asker
Oslo, Baby! Ich war noch nie in meinem Leben in Norwegen. Das wollte ich dringend ändern und die Tatsache, dass in Norwegen im Kalenderjahr Fußball gespielt wird, war der nötige Süßstoff für den ohnehin schon guten Plan. Länderpunkte sammeln macht einfach Spaß und mit Blick auf den doch etwas gestiegenen Verantwortungsrahmen als Vater kommt momentan auch nicht jedes Reiseziel in Frage. Norwegen erschien gut machbar und ich hatte ohnehin große Lust das Land kennenzulernen. So erging es auch Röller und dem Klabauterkeaper und der Nachwuchshopper protestierte zumindest nicht vernehmbar. Der eigentliche Plan war, dass Röller und der Klabauterkeaper am Abend gemeinsam den Länderpunkt eintüten würden.
Wir hatten den Vormittag genutzt, um den Hafenwanderweg zu laufen. Dieser führte uns erst durch die Innenstadt und dann sehenswert immer an der Küstenlinie entlang. Erst das letzte Stück war dann nicht mehr so ansehnlich und so waren wir am Ende etwas geschafft. So richtig wussten wir auch nicht wie wir nun weitermachen sollten: Abbiegen, zurückfahren, zurücklaufen. Wir checkten die Optionen und mehr unterbewusst schmiss ich auch in der Dwids-App noch einmal den Spieleradar an. Ich hatte nicht einmal damit gerechnet, dass die App für Norwegen Ergebnisse ausspucken würde, aber es kam noch ein Spiel zum Vorschein, dass in der Futbology App nicht aufgeführt war. Der Ground war von unserem Standort sehr einfach zu erreichen und die Anstoßzeit passte perfekt. Danke Dwidswoch!
So glühten die Drähte zu Röller kurz heiß, der heute gemächlich in den Tag gestartet war. Ausgeschlafen und handlungsschnell sagte er aber sofort zu und so machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Bahnhof, um mit dem Vorstadtzug nach Asker zu reisen. Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten, hatten wir uns akklimatisiert und erreichten den Ground ohne weitere Probleme. Mit dem Anpfiff kam dann auch Röller über einen Seiteneingang auf den Ground. Geil! Wir waren alle ziemlich glücklich, dass wir den Länderpunkt zusammen machen konnten.
Das Stadion ging auch klar. Eine kleine Tribüne mit Teilüberdachung aus Stahlrohr. Warum nicht? Dazu gab es hinter dem Tor noch einen Grashügel. Man musste sich wahrlich nicht schämen so den Länderpunkt einzufahren. Sehr positiv war das freundliche Publikum und so kamen wir in der Halbzeitpause noch mit einer Norwegerin ins Gespräch deren Sohn für die Heimmannschaft spielte und die perfekt Deutsch sprach. In der Halbzeit half sie uns dann auch aus und nutzte das norwegische Bezahlsystem, um uns Café und Kuchen zu kaufen. Wir retounierten per Pay-Pal. Schöne, neue Welt.
Das Spiel machte richtig Bock. Im norwegischen Pokal der U-19 trat Asker gegen die Jugendmannschaft von Valerenga an. Es entwickelte sich ein rassiges Spiel, das in der regulären Spielzeit 1:1 endete. In der Folge gab es eine Verlängerung von zwei Mal 5 Minuten. Ich stänkerte schon, dass in so einer Länge gar nichts passieren könne und es sicher ins Elfmeterschießen ginge. Pustekuchen! Asker erzielte tatsächlich das 2:1 und es entwickelte sich ein legendärer Jubel. Am Ende blieb es dabei und so kann Asker den Einzug in die nächste Runde verbuchen.
Wir zogen zurück zum Bahnhof, holten uns noch einen schnellen Iced-Coffee, um den warmen Temperaturen zu trotzen und fuhren dann zurück nach Oslo. Zufrieden ging es für mich nach Hause und für Röller und den Klabauterkeaper nach einem kurzen Stopp, zum nächsten Ground.



