2. Bundesliga
Zuschauer: 39.680
Olympiastadion: Berlin
Ein absolut verkorkster Saisonstart! Dazu mit Elversberg sicher nicht der attraktivste Gegner auf den Rängen und so drohte eine für die „neue Hertha“ geringe Zuschauerzahl am Freitagabend. Am Ende wurde die 40.000er Marke dennoch fast geknackt- was mit Blick auf die Rahmenbedingungen ein kleines Wunder ist. Mein Fazit wird heute noch häufiger lauten: Diese Spieler haben uns Fans nicht verdient!
Recht früh machte ich mich heute auf dem Weg zum Berliner Olympiastadion, denn die letzten Exemplare der Tourshirts wollten noch verkauft werden. So ging es deutlich vor der Stadionöffnung in das Stadion. Ich konnte mich leider nicht mit der Idee durchsetzen das Shirt mit dem UGE-Gütesiegel zu bewerben: „Das dazu passende Mottoshirt fällt mit ganz viel Wohlwollen in die Kategorie „Geschmackssache““. Mir schwante böses für den Verkauf: Zu viele Gelegenheiten gab es bereits an das Shirt zu kommen. Zu unattraktiv war der Gegner: Aber auch hier lief der Verkauf wieder überraschend gut. Ich schien auch als einziger die Regenvorhersage richtig gedeutet zu haben, denn der von mir antizipierte Schauer kam und meine Regenjacke erwies mir gute Dienste. Alle anderen motzten, dass kein Regen vorhergesagt gewesen war…
Circa 30 Minuten vor dem Anpfiff bauten wir dann ab und es ging runter in die Kurve. Auch diese war schon erstaunlich gut gefüllt. In der Folge zeigten wir einen mehr als ordentlichen Heimauftritt. Mit Spruchbändern unterstützten wir erneut die Kampagne „Verbandsstrafen abschaffen“. Sehr cool, dass Hertha das Video der Kampagne unter der Woche sogar auf seinen Kanälen teilte und mit dem Vereinspräsidenten Fabian Drescher und Kreisel zwei Herthaner prominent zu Wort kommen. Verbände! Der Ball liegt endgültig bei Euch.
Zudem wurde sich per Spruchband noch einmal gegen weitreichendere Befugnisse für Polizisten positioniert. Im Kurvenecho wurde sogar dafür sensibilisiert, dass in England zukünftig DNA-Spray eingesetzt werden kann. Dieses kann wie Pfefferspray genutzt werden und ist noch monatelang unter UV-Licht auf der Haut nachweisbar und soll als Indiz für eine Tatbeteiligung gelten. Schöne neue Welt- und ich bin mir sicher, wo das Mittel zuerst eingesetzt werden wird…
Stimmungstechnisch war das rundum solide. Es gab ein paar Ausreißer nach oben- aber mit Blick auf die Rahmenbedingungen bin ich sogar geneigt zu schreiben: Das war ein guter Heimauftritt. Ihr habt diese Fans nicht verdient!
Elversberg war mit circa 200 Leuten im Gästeblock. Laut den Faninfos waren Schwenkfahnen erlaubt- aber Elversberg war nur mit Zaunfahnen präsent. Ins Auge stach eine etwas abseits hängende Deutschlandfahne. In der Folge hörte man die Elversberger wenig überraschend nicht und sah auch keine übermäßige Bewegung. Weiß ich jetzt nicht…
Auf den Spielfeld nahm die Katastrophe weiter munter ihren Lauf. Dárdai musste den verletzten Kolbe vertreten und es dauerte keine fünf Minuten bis zum kapitalen Fehler, der prompt im 0:1 endete. Hertha zeigte keinerlei Reaktion- Elversberg war in allen Belangen überlegen. In der Halbzeit folgte endlich die Umstellung auf eine Viererkette. Wir hatten zehn gute Minuten- ehe wir uns wieder ausspielen ließen wie eine Jugendmannschaft und mit dem 0:2 war alles verloren. Gechter sah auch noch die Gelb-Rote Karte und wir verloren völlig verdient mit 0:2. Der Aufstieg als Ziel? Der höchste Marktwert der Liga? Der riesige Etat? Hertha BSC ist Vorletzter und hat zwei Punkte aus vier Spielen geholt. Ihr habt diese Fans nicht verdient.
Nach dem Spiel gab es deutliche Pfiffe. Leitl zeigte ironisch den Daumen in Richtung Ostkurve. Die Ansprache war immer noch recht moderat und man vertagte sich auf vertrauliche Gespräche. Hertha hat es geschafft bereits im magischen August jegliche Träume und Vorfreude zu töten. Diese lustlosen Spieler, diese alten Muster- es kann einem nur angst und bange werden- vor allem da die Veränderung wohl aus der Mannschaft herauskommen muss und sich kein Trainerwechsel und kein Last-minute Neuzugang andeuten. Joa…
Nachdem die Mannschaft aus der Kurve trottete, hauten wir auch direkt rein und ließen den Abend immerhin noch nett portugiesisch ausklingeln. Der Vinho Verde half ein bisschen- die einstündige Verspätung in Charlottenburg eher weniger. Alter Hertha, was ein Abend schon wieder!
