01.09.2025 1. FC Köln U21- Wuppertaler SV 3:2

Regionalliga West

Zuschauer: 1.820

Franz-Kremer-Stadion: Köln

Ein Hoch auf den Berliner Großraum, in dem die Regionalzüge halbwegs zuverlässig rollen. Jedes Mal in NRW überlege ich ewig, ob ich wirklich eine Fahrt von Bonn bis nach Köln riskieren soll. Schlussendlich entschied ich mich dafür, denn wenn man ein halbwegs attraktives Spiel machen kann, ohne die Familie dadurch zu belasten, muss man einfach zuschlagen. Ich wollte eigentlich mit der Straßenbahn nach Köln fahren. Recht spontan entschied ich mich dafür doch den Regio zu nehmen, der nur mit einer Verspätung von zwei Minuten angegeben war. Am Ende stand ich wieder 25 Minuten am Gleis. Ha Ho He! Dadurch war mein Zeitpolster mal wieder zusammengeschmolzen. In Köln-Süd bog ich in den erstbesten Burgerladen ab und war am Ende nicht unzufrieden. Bei der Bezahlung war dann aber wieder relativ klar, dass hier Steuerbetrug gemacht wurde. Vielleicht ist es das Alter- aber das feiere ich einfach nicht.

Dann schwang ich mich auf das Fahrrad und radelte durch den Stadtwald zum Franz-Kremer Stadion. Auf dem Weg machte ich noch einen Schwenk, um Geld abzuheben. Zu groß war die Angst nur mit Bargeld zahlen zu können. Am Ende wäre dieser Umweg absolut nicht nötig gewesen, denn man konnte sogar nur mit Karte bezahlen. Verrückte Welt! Eine Minute vor Anpfiff kam ich dann in das Stadion und traute meinen Augen kaum. Die Fanszene des 1. FC Köln war am Start.

Es kann sein, dass ich es irgendwann schon einmal gelesen hatte- aber ich habe wirklich vergessen, dass die Fanszene des 1.FC Köln regelmäßig bei den Spielen der Amateure auftritt. Umso besser aber für mich, denn so freute ich mich wie ein Schneekönig. Ich suchte mir einen Platz auf der Hintertortribüne mit gutem Blick auf den Haufen, der sich ganz links auf der Tribüne platziert hatte. 150-200 Leute aus der Fanszene unterstützten mit beeindruckender Geschlossenheit die Mannschaft. Hier machte es sich bezahlt, dass so gut wie keine Normalos vertreten war. So war die Mitmachquote fast durchgängig bei 100%. Dabei wählte man vor allem etwas ausgefalleneres Liedgut und Eigenkreationen. Nicht alles gefiel mir davon gut- aber insbesondere die Repressionslieder sind schon eine echte Wucht.

Ich empfand es als echtes Privileg mir die Lieder und das Auftreten aus nächster Nähe angucken zu können. Auch spannend mal einen anderen Vorsänger und dessen Ansprache und Muster anzusehen. Grundsätzlich machte das schon Lust auf einen eigenen Auftritt bei den Amateuren und es wirkte so, dass ein Großteil der Leute Spaß hatte und das kein Pflichttermin war.

Auch in den weiteren Bereichen des Stadions waren zahlreiche Szenemenschen vertreten. Im Nachgang wurde mir zugetragen, dass wohl auch fleißig die Hopperkasse klingelte. Bei dem Thema bin ich echt gespalten. Im Nachgang freut man sich dann natürlich darüber, dass man nicht erwischt wurde und mich nerven super offensichtliche Hopper auch extrem. Bei dem Spiel hatte ich aber nicht den Eindruck, dass sich jemand sonderlich respektlos benimmt. Da habe ich schon ganz andere Spiele besucht (Grüßt Euch Union!). So ganz sicher bin ich mir daher nicht, ob das bei diesem Spiel so nötig war- aber nun gut! Vielleicht hat es ja nur die Klischeehopper erwischt und dann ist es auch irgendwie in Ordnung.

Die Wuppis zeigten einen stinknormalen Auftritt ohne größere Wow-Momente. Grundsätzlich auch eine Fanszene, der ich nicht besonders positiv gegenüberstehe. Vielleicht liegt es daran, dass es der einzige Stadionbesuch war, bei dem ich auch angepöbelt und „enttarnt“ wurde.

Das Spiel war auch allererste Sahne und endete ereignisreich mit 3:2 für die Kölner Amateure. Ich düste direkt nach dem Abpfiff mit dem Nextbike ab und raste durch den dunklen Wald zur Tramhaltestelle. Die Eile war unnötig, denn die Bahn hatte eine 10-minütige Verspätung. So blieb noch Zeit für einen kurzen Kioskeinkauf und dann ging es im Zeitlupentempo zurück nach Bonn.

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