Liga Feminino
Zuschauer: 430
Academia Vitória Sport Clube: Guimarães
Der Samstag sollte noch einmal ein echtes fußballerisches Highlight bedeuten, denn im Norden wurde wieder fleißig Fußball gespielt. Um 11 Uhr war in Guimarães das Spiel der Frauenmannschaft angesetzt, die im letzten Jahr den Aufstieg in die erste Liga geschafft hatte. Durch die relativ kurze Anreise aus Porto und die gewohnt frühe Anstoßzeit war sogar noch mehr als genug Zeit, um in der Stamm-Pastelaria zu frühstücken. Das ist Lebensqualität!
Dann ging es mit dem Auto in die schöne Stadt im Norden und ich steuerte dieses Mal die Vereinsakademie an, die am äußersten Rand der Kleinstadt liegt. Der naheliegende Park lud zum Spazieren ein, aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit lief ich zügig den Berg nach oben und kaufte mir eine Eintrittskarte für das Spiel. Auf dem Akademiegelände waren zahlreiche Plätze zu finden und die Frauen scheinen standardmäßig auf Platz 5 zu spielen. Um zum Spielfeld zu kommen, musste man die mühsam erklommenen Höhenmeter wieder abgeben. Dann wartete unten ein recht schmuckloser Platz mit Ausbau an zwei Seiten auf uns. Es gab lediglich Stufen und keine schattenspendende Tribüne, sodass die erstaunlichen 430 Zuschauenden ordentlich ins Schwitzen gerieten. Dafür war der Ausblick auf den angrenzenden Hügel sehenswert.
Zum Glück gab es einen kleinen Imbiss, der zu fanfreundlichen Preisen Abkühlung unter das Volk brachte. Das Spiel war ziemliche Magerkost und es gab kaum Torraumszenen. In der Männerliga ist der sportliche Unterschied zwischen den Topteams und den Kellerteams bereits enorm. Ich habe den Eindruck, dass die Kluft in der Frauenliga vielleicht sogar noch größer ist. Das war heute wirklich kein Hochgenuss und so wurde ich folgerichtig mit einem 0:0 bestraft. Wie bereits im ganzen Monat, wurde auch bei diesem Spiel für die Brustkrebsvorsorge geworben und die ersten 100 Zuschauerinnen erhielten rosa Vitória Shirts. Qua Geschlecht und später Anreise, blieb mir diese Freude leider verwehrt.
Positiv zu erwähnen ist noch, dass zahlreiche Mädchenmannschaften das gesamte Spiel verfolgten und durchaus ausdauernd das Team unterstützten. Das sprach für eine intakte und gelebte Vereinskultur. Mit dem Abpfiff verließ ich das Gelände und steuerte ein nahegelegenes Restaurant an. Dieses war durch eine Gesellschaft an Veteranen ordentlich gefüllt. So landete ich an einem Tisch mit drei Genossen Ü70 und verlebte ein interessantes Mittagessen. Wahnsinn- dieses Land! Dann war sogar noch etwas Zeit für Frisör und Pastelaria und dann stieg ich langsam ins Auto, um den nächsten Ground zu erreichen.



