Fashion Cup
Zuschauer: 110
Estádio Marcelo Leitão: Espargos
Auch der Sonntag war Turniertag und ich hatte Lust den Ground noch einmal mit etwas mehr Ruhe zu bestätigen. Ich pennte noch ein bisschen in der Sonne auf dem Balkon und machte mich dann gewohnt spät auf den Weg zum Stadion. In mir kitzelte es und ich hatte Lust auf ein Miniabenteuer. Taxifahren war auf den Kapverden recht teuer und so wollte ich auch den Geldbeutel schonen. Also stellte ich mich in der Mittagshitze an die Hauptstraße und versuchte einige Minuten zu trampen. Es gibt eine große Hauptstraße, die die Insel durchzieht und die den Touristenort Santa Maria im Süden mit der Hauptstadt Espargos verbindet. Von daher sollte nahezu jedes Auto für mich in Frage kommen. Das Problem war nur, dass an diesem Sonntag so gut wie kein Auto vorbeikamen.
Es dauerte vielleicht zehn Minuten- aber dann hielt ein Van an und nahm mich anstandslos mit. Auch der weitere Fahrgast war wohl auf diese Art und Weise eingestiegen. Das schien hier ein Konstrukt zu sein, dass man zum Buspreis auch in Privatautos mitfahren darf. Als ich sagte, dass ich ins Stadion wollte, wurden die beiden auch hellhörig. Ich wurde dann sogar noch in die Nähe des Stadions gebracht und zahlte 1/17 des Taxipreises. Top!
Um 13:55 erreichte ich das Stadion und rechnete mir bereits aus, dass auch heute kein pünktlicher Anpfiff erfolgen würde. Ich suchte noch schnell die nahegelegene Bar auf, die der absolute Knaller war. Eine beeindruckende Frau führte dort mit eiserner Hand ihr Haus und das Königreich. Der Saal der Kneipe war im Prinzip ein Zimmer des Hauses. Der Fernseher zeigte eine brasilianische Telenovela und ich gönnte mir ein eisgekühltes Bier. Poah- da kamen schon gewaltige Mosambik Flashbacks auf.
Gegen 14:00 betrat ich dann das Stadion und wie erwartet wurde wieder erst um 14:15 angestoßen. Ich suchte mir dieses Mal ein schattiges Plätzchen auf der Tribüne und mit der Zeit wurde es immer voller um mich herum. Ich fieberte dem Halbzeitpfiff entgegen, da ich im Regal einen Mangolikör stehen sehen hatte. Mit Mangolikör und Bier wurde die Halbzeit in der Kneipe gewaltig aufgewertet.
Die zweite Halbzeit wurde dadurch auch etwas lustiger. Das war nicht unwichtig, denn die Partie heute war deutlich schwächer und auch das Publikum ging nicht ganz so intensiv mit. Das zweite Spiel schien größeres Zuschauerinteresse hervorzurufen. Mit 0:3 gewann Verdun das Spiel deutlich.
Ich verzichtete im Anschluss auf das zweite Spiel, da ich langsam auch Vorkehrungen für mein 1.000 Spiel treffen wollte und mir das Herthaspiel gegen Dynamo ausgeguckt hatte. Ich wollte mir dann zumindest noch kurz Espargos angucken, um nicht nur das touristische Santa Maria gesehen zu haben. Die Stadt gefiel mir erstaunlich gut und es machte Spaß durch die Gassen zu laufen. Am Markt fand ich dann noch ein kleines Restaurant und konnte mit gutem Blick auf der Terrasse mein Essen einnehmen. Dann lief ich zur Busstation und bekam den letzten Platz in einem Chapa nach Santa Maria. Ich sagte dem Fahrer beim Einsteigen bereits, wo ich aussteigen möchte. Trotz zwischenzeitlicher Kommunikation klappte der Halt dann aber nicht auf Anhieb, sodass ich aus der letzten Reihe nach vorne schreien musste. Aber auch das klappte schlussendlich und so endete ein richtig schöner Nachmittag in Espargos.




