22.10.2025 Sporting CP- Olympique de Marseille 2 :1

Championsleauge

Zuschauer: 46.766

Estádio José Alvalade XXI: Lisboa

Zurück in Portugal, wartete eine weitere sehr attraktive Ansetzung auf mich. Sporting empfing Olympique de Marseille zur entspannten Anstoßzeit am Mittwochabend um 20:00. Wahnsinn wie viel die eine Zeitzone weiter westlich zum Wohlbefinden beiträgt. Pünktlich zum Abreisetag auf den Kapverden war der körperliche Zustand zu miserabel gewechselt. Woran es jetzt genau lag, ist nur zu mutmaßen. Jedenfalls waren weder der Flug zurück noch die Aussicht auf das Spiel Grund für die Freude. Aber es half ja alles nichts.

Die Kartenbeschaffung war im Vorfeld erstaunlich kompliziert. Sporting verkaufte die Tickets nur an Mitglieder und so brauchte es etliche Anläufe, um ein Sporting Mitglied zu finden. Vielen Dank einmal mehr für die Unterstützung! Mit dem Mietauto ging es in die Richtung des Stadions. Trotz der Rush-Hour floss der Verkehr erstaunlich gut und heute machte ich viel richtig. Ich hatte mir das Parkhaus eines nahegelegenen Shopping Centers ausgeguckt und vergebe die Prädikate: zeiteffizient, entspannt und kostenlos.

Da mein zweiter Vorname aber unvernünftig ist, ließ ich mich vom Ambiente anstecken und ging nicht am Grillrestaurant vorbei. Ich vertrug die Picanha erstaunlich gut- zur unmittelbaren Verbesserung des Gesundheitszustands, trug die Entscheidung aber vermutlich auch nicht bei. Zumindest konnte ich entspannt dem Fußverkehr zum Stadion zugucken. Um zu meinem Platz zu gelangen, musste ich das Stadion teilweise umrunden und musste dabei auch am Gästeblock vorbei. Die Polizisten waren komplett vermummt und in Rüstungen und präsentierten gezogene Maschinenpistolen. Einfach nur gruselig. Es muss nur ein Polizist Panik bekommen und die ganze Sache kann tödlich enden. Wo führt das nur alles hin?

Mit flauem Gefühl im Magen (doppeldeutig!) ging es ins Stadion. Mein Platz war aus Groundhopping Perspektive ausbaufähig. Ich war neben dem Block von Brigada, über Juve Leo und mit Frontalblick auf den Gästeblock, sowie auf das Directivo. Ein Blick auf der Gegengerade hätte mir noch den Blick auf Juve Leo ermöglicht- aber es war auch so solide.

Das Highlight des heutigen Spiels war ohne Frage der Gästeblock. Mit einer starken Zaunfahnenbeflaggung und einem kleinen Fähnchenintro konnte man optisch glänzen. Bestimmt 50% des Blockes waren trotz des verregneten Wetters oberkörperfrei und hatten ganz klar die akustische Oberhand. Dazu gefielen mir auch die Melodien gut. Einmal mehr war es aber ein frappierender Gegensatz wie eine ausländische Fanszene die Materialien weitestgehend mitreinbekam, während Juve Leo und Directivo diese Privilegien nicht genießen durften.

Dementsprechend enttäuschend war der Auftritt der Heimseite. Bewusst kapseln sich die Gruppen voneinander ab und verschenken dadurch enormes Potenzial. Im Bereich der legalisierten Brigada gab es zu Spielbeginn eine Blockfahne. In der Folge waren Support und Tifo aber wenig mitreißend. Juve Leo machte mit einer Pyroshow in der zweiten Halbzeit auf sich aufmerksam und erreichte gefühlt den größten Teil des Stadions. Das Directivo zündete ebenfalls etwas Rauch und war zumindest stets in Bewegung. 1-2 Mal wurde es richtig laut im Stadion- ansonsten war das leider ein eher enttäuschender Auftritt.

Auf dem Rasen konnte Sporting die Partie nach einem 0:1 noch erfolgreich drehen. Dabei half auch ein früher Platzverweis von OM. Der späte Siegtreffer führte aber zu einer gewaltigen Explosion des Stadions. Für mich ging es zügigen Schrittes zum Auto und die Ausfahrt des Parkhauses führte unmittelbar auf die Autobahn. Keine 35 Minuten später erreichte ich unsere Unterkunft in dieser Nacht.

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