IV Liga Grupa Wielkopolska
Zuschauer: 180
Stadion MOSiR w Poznaniu
Länderspielpause und eine gute Gelegenheit einmal nicht fußballgetrieben zu verreisen. Wir wollten seit einiger Zeit bereits die gute Zugverbindung nach Poznań nutzen und dort ein Wochenende verbringen. Die Züge waren seit einiger Zeit gebucht und somit war ich für die späteren Ansetzungen der Hertha-MV und der Fandemo in Leipzig zu spät. Insbesondere bei der Fandemo ärgerte mich das wirklich gewaltig. Durch die Aus- und Belastung des Fußballs für das Familienleben während der Saison, kam ein Umdenken in diesem Fall für mich aber nicht mehr in Frage.
Poznań gefiel mir erstaunlich gut und ist für Berliner auf jeden Fall ein lohnenswertes Ziel. Am Abend fand auf dem Stadtgebiet auch noch eine Partie statt, die ich relativ problemlos mitnehmen konnte. Mit der Tram ging es einmal durch die gesamte Stadt und über die Warthe. Apple Maps führte mich dann einen sehr gruseligen Pfad entlang, den ich nur mit der Taschenlampe meines Handys absolvieren konnte. Auf diesem Abschnitt ging die Pumpe schon erheblich. Mit dem Einlaufen der Mannschaften kam ich am Stadion an und bekam für 10 Zloty mein Ticket. Ich hatte die richtige Entscheidung getroffen und im Vorfeld noch Bargeld abgehoben.
Der Sportplatz verfügte nur über einen Ausbau an einer Seite in Form einer kleinen Stahlrohrtribüne. Circa 20 Leute unterstützten direkt neben dem Eingang die Heimmannschaft. So musste ich an diesem Haufen vorbeiwatscheln, um einen Platz einnehmen zu können. Ob mein überschwappender Café die Situation auffälliger oder unauffälliger machte, ist nicht überliefert. Im abgesperrten Gästeblock unterstützten ein paar Kids die Mannschaft. In der Halbzeit wurde der Trennzaun aber geöffnet, damit die Gästefans zum Verpflegungsstand gehen konnten. Merkwürdig, dass trotzdem drei Polizeiwannen am Stadion waren und nach Abpfiff auch prominent vor dem Stadioneingang Aufstellung nahmen. Nötig war das definitiv nicht.
Das Spiel war ziemlich zäh und spätestens ab der 15. Minute war ich eigentlich nur noch mit Überleben beschäftigt. Die Kälte schmeckte überhaupt nicht. In der Halbzeitpause holte ich mir noch einen Tee und schaffte dann irgendwie auch noch die zweite Hälfte. Mit dem Abpfiff ging es raus und ich erlief gerade so noch die Bahn. Glücklich öffnete ich 40 Minuten später die Tür der Ferienwohnung und genoss die Wärme. Das wird ein ruhiger Groundhoppingwinter für mich.