01.03.2026 Hertha BSC- 1. FC Nürnberg 2:1

2. Bundesliga

Zuschauer: 43.353

Olympiastadion: Berlin

Etwas überraschend zog endlich der Frühling in Berlin und Brandenburg ein. Gepaart mit der kinderfreundlichen Uhrzeit um 13:30 hieß es endlich mal wieder dem Mini-Ha-Ho-He einen Spielbesuch zu ermöglichen. Während Heimspiele für einen selbst mittlerweile manchmal zu einer Routineaufgabe werden, war es sehr inspirierend und süß zu sehen mit welcher positiven Aufregung der Kleine in den Spieltag startete. Ich schob den Anreisestress elegant auf den Klabauterkeaper ab und ging zur Stadionöffnung hinein und direkt zum Aufkleberverkauf.

Dort wurde ich dann kurze Zeit später besucht und bekam tatkräftige Unterstützung. Vielen Dank! Um mal ein bisschen beim Zeitgeist zu bleiben: Das war wholesome! Circa 30 Minuten vor dem Anpfiff waren die Aufkleberbestände so weit reduziert, dass ich guten Gewissens hinunter in die Kurve gehen konnte.

Ich war vom Start der Kurve positiv überrascht. In der Folge pendelte man sich auf einer okayen Lautstärke ein. Das war mit Anbetracht auf die aktuelle Situation in Ordnung. Nicht unerwähnt bleiben soll ein richtiges und wichtiges Spruchband der Ostkurve Hertha BSC: „Behandelt uns wie Vieh und schlagt auf uns ein – Fans, Hools und Ultras kriegt ihr niemals klein! Solidarität mit der Südtribüne Dortmund und der Südkurve München!“ Die Vorfälle in Deutschland mehren sich derzeit auf auffällige Art und Weise und es fällt sehr schwer da an Zufälle zu glauben. Im Diskurs rund um die Innenministerkonferenz im vergangenen Jahr, waren die rückläufigen Zahlen der ZIS vermutlich entscheidend. Das Problem sinkender Zahlen wird man vermutlich im kommenden Jahr bei der Einsatztaktik der Polizei nicht haben. Wirklich verrückt wie mittlerweile Fanszenen mittlerweile wirklich vorausschauender und klüger agieren als Organe des Staates. Stark und smart bleiben Ultras!

Die Nürnberger setzten am Spieltag einmal mehr einen kleinen Nadelstich. Interessant und auch ein bisschen beeindruckend wie ernst Nürnberg uns seit einigen Jahren nimmt. In die Partie starteten sie mit einer kleinen Fähnchenchoreo, die das Vereinslogo ergab. Ganz einfach war insbesondere der „FCN“ Schriftzug aufgrund der Bewegung der Fähnchen nicht. Hier wäre vielleicht die statische Option die bessere gewesen. Dennoch finde ich es immer gut, wenn Fanszenen auch mal ein bisschen ins Risiko gehen. In der Folge zeigten die gut 5.000 Gästefans einen der besseren Auftritte im Berliner Olympiastadion. Insbesondere das gleichzeitige „Auf geht’s…“ machte Spaß.

Sobald der Druck weg ist, gewinnt Hertha wieder. In einem biederen Spiel war man die leicht bessere Mannschaft. Letztlich sorgten zwei Einzelaktionen von Brekalo für den späten Sieg der alten Dame, der weitestgehend gleichgültig entgegengenommen wurde. Nach dem Spiel traf ich mich schnell mit dem Klabauterkeaper und dem Mini-Ha Ho He. Wir bewunderten noch die Bären vor dem Olympiastadion und machten uns dann langsam auf den Nachhauseweg. Manchmal tut es mir leid, dass ich dieses Leben und dieses absehbare Leiden auf den Kleinen übertrage. Trotzdem ist es schön diese Leidenschaft nicht nur mit Freunden, sondern auch mit der Familie teilen zu dürfen. Ha Ho He für immer!

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