29.03.2026 Csepel TC- Békéscaba 1912 Elöre SE II 1:0

Nemzeti Bajnokság III Délkeleti

Zuschauer: 260

Csepel Stadion: Budapest

Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Innenstadt Budapests orientierte ich mich langsam in Richtung Nachmittagspartie. Für einige Stationen ging es dann noch in die Tram und dann mit einem schönen Oldschool Zug in Richtung Csepel. Nach einer Haltestelle stieg eine Gruppe marodierender Kinder ein, in deren Augen man wirklich eine krasse Wildheit sehen konnte. Demensprechend herrschte wenige Minuten später in unserem Abteil pure Anarchie. Die Fahrt dauerte aber nicht lange und an der Endstation in Csepel stieg ich aus. Ein kleiner Pfad führte an den Wohnblöcken vorbei direkt zum Stadion.

Ich registrierte wie weitere deutsche Hopper um mich herum waren und nahm somit das Tempo raus, um an der Kasse das Aufeinandertreffen zu vermeiden. Die Karte kostete knappe 4 Euro und war somit das erste Fußballspiel in Ungarn für das ich einen Schein in die Hand nehmen musste. Ich hatte mir die Bilder des Stadions vorab kurz angeguckt und hatte mich auf den Spielbesuch gefreut. Mir war aber nicht klar wie herausragend die gesamte Anlage sein würde. Überall standen Relikte besserer Zeiten und herausragende Bauwerke herum.

Ich bog erst einmal in das Vereinsheim ab, das einen irren Charme versprühte. Am Kühlschrank herrschte Selbstbedienung und man hatte zahlreiche Spaßgetränke zur Auswahl. In der ersten Runde entschied ich mich für ein lokales Bier und betrat dann das Stadion. Dieses war wirklich ein Gesamtkunstwerk. Als erstes sprangen mir die herrlichen verrosteten Fluchtlichtmasten ins Auge, die alleine schon für Ekstase gesorgt hätten. Dazu gab es aber noch Stehtraversen, die den Kampf gegen die Natur und die Vegetation verloren hatten. Darüber thronte eine herausragende Anzeigetafel im Stile des gestrigen Stadions. Auch die Tribüne mit roten und blauen Sitzschalen konnte sich sehen lassen. Das war wirklich absolute Extraklasse!

1941 wurde das Stadion eröffnet und im Jahr 1948 in einem Spiel gegen Ferenvcáros wurde die Rekordkulisse von 35.000 Zuschauern erreicht. Ganz so viel war heute nicht los- aber circa 260 Zuschauern waren heute anwesend. Auf der gegenüberliegenden Seite gab es einen Mob von 20 Leuten hinter der „Islanders Division“ Zaunfahne, die einen sehr ansehnlichen, ultràorientierten Auftritt hinlegten. Auf der Haupttribüne gab es noch weitere Fans älteren Semesters, die eher zwischen Vereinsheim und Tribüne pendelten. Auch fünf weitere deutsche Hopper hatten sich hier eingefunden.

Ich verschickte einige Bilder und eine bekannte Person erkannte das Stadion sofort… völlig krass. Das zeigt aber einmal mehr, dass Unwissenheit fürs Groundhoppen förderlich ist. Meine fehlende Erwartungshaltung sorgte vermutlich für diesen enormen Begeisterungsschub. Ich ließ mich in den Moment hineinreißen und fand noch ein Himbeercider, das ich fortan etwas genoss! Man- war das ein herausragender Nachmittag.

Die Heimmannschaft konnte das Spiel mit 1:0 gewinnen und konsolidierte damit den Platz im Mittelfeld ohne Perspektive nach oben oder unten. Nach dem Spiel ging es erneut mit dem Retro-Zug zurück und ich genoss in der Folge noch den letzten Abend dieses kurzen Ausritts nach Osteuropa. Das machte wirklich riesigen Spaß! Danke an die Familie für den Rückhalt und den Freiraum!

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