Oberliga Nordost-Nord
Zuschauer: 48
Julius-Hirsch-Sportanlage KR1: Berlin
Ganz entspannt startete ich an diesem Sonntagmorgen in den Tag. Mama und Papa hatten Besuch und so schaute ich mir das alles interessiert an und ließ die üblichen Bewunderungsstürme über mich ergehen. Als ich mich gerade für ein kleines Nickerchen bereitmachte, kam plötzlich Hektik auf. Ich wurde bei Mama ins Tuch verfrachtet und kurze Zeit später stürmten wir auch schon die Treppen herunter.
Jetzt war an Schlaf natürlich nicht zu denken und ich musste mir erst einmal ausgiebig anschauen was um mich herum passiert. Wir stiegen wieder in einen Zug. Zugfahren kannte ich schon und hatte ich auch schon zu schätzen gelernt. Nur war diese Version eines Zuges nicht gerade wohlriechend. Ein bisschen roch es so, wie wenn Papa sich beim Windeln wechseln immer über mich beschwert. Jetzt muss ich schon wieder grinsen, wenn ich an sein Gesicht denke…
So viele Eindrücke machen Hunger und so snackte ich in der Bahn erst einmal. Satt und voller Eindrücke, hatte ich erst einmal genug und vergrub mich bei Mama. Ganz leise hörte ich die Stimmen von Mama und Papa, die vom Grunewald sprachen. Blöd war ich natürlich nicht, denn Mama und Papa hatten so viel von Fußball und Groundhoppen gesprochen, dass ich schon ahnte, dass ich heute mein Debüt feiern würde.
Zur Hertha, von der mir immer so schöne Lieder vorgesungen werden, sollte es leider nicht gehen- sondern zu einem anderen Spiel. Pfiffe, Schreie und immer wieder das dumpfe Geräusch des Balles. Es gab ganz schön etwas zu verarbeiten und so setzte ich vor allem auf die Audio-Spur, während ich mich bei Mama vergrub und zu schlafen vorgab. Spannend klang das aber allemal.
In der Halbzeit gingen wir in das Vereinsheim und wenn ich das richtig verstand, war unsere kleine Gruppe ganz erstaunt von der Einrichtung. Dann ging es auch schon wieder raus in die Kälte. Der ganz große Jubelschrei blieb aus, woraus ich folgerte, dass es anscheinend keine Tore gab. Wir tranken dann noch einen Café am Grunewald und freudestrahlend nahm ich meinen Platz auf Papas Schoß ein. Der Mann vom Nachbartisch kam sogar vorbei und nannte mich süß und lobte auch Mama und Papa- Püh- was können die denn dafür?
Um die Machtverhältnisse noch einmal klarzustellen, sorgte ich in der S-Bahn am Griebnitzsee noch für eine kleine Eskalation. Aber ich muss eingestehen, dass Mama und Papa sich sehr bemühten, sodass ich entschied es bei diesem Warnschuss zu belassen. Die Message scheint angekommen zu sein. Zu Hause gab es noch Kuscheleinheiten und dann ging es auch schon glücklich und zufrieden ins Bettchen.


Schön dass du uns wieder regelmäßig an deine Spielbesuche teilhaben lässt. Grüße aus dem Breisgau
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