26.03.2024 Frankreich- Chile 3:2

Länderspiel

Zuschauer: 49.000

Stade Vélodrome: Marseille

So richtig konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich das Länderspiel zwischen Frankreich und Chile wirklich besuchen sollte. Ich führe keine Ground-Wunschliste, aber wenn ich es tun würde, dann würde das Stade Vélodrome ziemlich schnell auftauchen. Schlussendlich schlug somit die Aussicht das Stadion zu kreuzen auch alle potenziellen Gegenargumente (Länderspiele sind scheiße, nicht ganz kurze Anreise, Ticketpreis, zu späte Anstoßzeit, Respekt vor Marseille- um nur ein paar zu nennen.). Die Buchung des Tickets gestaltete sich dann auch als unerwartet schwierig, da die Banktransaktion auch hier wieder abgelehnt wurde. Was hat Frankreich gegen meine Kreditkarte? Der Dank geht nach Charlottenburg für die Buchung.

Die günstigsten Tickets kosteten 29 Euro und bereits im Vorverkauf war relativ deutlich, dass das die einzige Kategorie ist, die nachgefragt wird. Danach ging es ab 55 Euro weiter. Positiv war, dass ein Teil der Gerade (Tribune Ganay) ebenfalls in der günstigsten Kategorie verfügbar war. Selbst bei einem Länderspiel hätte es sich sehr komisch und respektlos angefühlt in einer der Virages Platz zu nehmen.

Am frühen Abend ging es dann mit dem Mietwagen in Richtung Marseille. Auf dem Hinweg gurkte ich über Landstraßen, bevor ich dann vor Marseille in den Feierabendverkehr geriet und sich die Fahrt etwas hinzog. Ich hatte in gleichen Maßen Respekt vor Marseille und der Parkplatzsituation. So handelte ich kurzentschlossen und als meine Abfahrt kam und ich unmittelbar einen Parkplatz erspähte, bog ich direkt ein. Von dort waren es noch knapp 45 Minuten zu Fuß- da es mit dem Auto aufgrund des dichten Verkehrs auch noch 20 Minuten+ Parkplatzsuche+ Fußweg gedauert hätte, fand ich das einen guten Deal. Es ging dann durch ein recht unauffälliges Wohnviertel zum Stade Vélodrome. Erst an der Kreuzung davor wurde es etwas lebendiger und ich aß noch einen schnellen Kebab, bevor ich die Straße überquerte und das Stadion erreichte.

Dort war es dann ziemlich wuselig, aber die Einlasssituation war recht entspannt und so war ich schnell im Stadion. Beim Kauf von Schlümpfen (Les schtroumpfs) wurde ich direkt als Ausländer enttarnt und dann kletterte ich die Treppen in den Oberrang. Vor Anpfiff gab es eine „Show“, die unter anderem die Präsentation der Startaufstellung beinhaltete. Die Rauchshow, die eine Tricolore ergab, wirkte fast inspiriert von unserer Aktion in St. Pauli und sorgte für ein ganz nettes Bild. Ansonsten sprangen die unzähligen Frankreichfahnen ins Auge, die zum Anpfiff und nach den Toren frenetisch geschwenkt wurden. Hier ist der Nationalstolz schon noch mal auf einem anderen Level- wie man auch beim Singen der Nationalhymne merkte. Das ballerte schon ziemlich.

Chile hatte einen Block auf der Gegengerade, der immer mal wieder durch kürzere Gesänge in Erscheinung trat. Besonders beliebt der Klassiker: „Chi, Chi, Le, Le- Viva Chile“. Auch in der Virage Nord gab es ein paar Chilenen, die sich im Herzen der Kurve positionierten und dort die Mannschaft unterstützten. Fand ich schon eine ziemlich wilde Entscheidung. Es war auch etwas kurios, denn direkt nebenan gab es einen kleineren französischen Haufen, der immer mal wieder vergeblich versuchte, das Publikum mitzureißen.

Das Ergebnis des Spiels suggeriert eine unterhaltsame Partie- in Wahrheit war es aber ziemlich langweilig. Irgendwie konnte ich mich nicht so richtig dafür begeistern den französischen Millionären zuzugucken. Mbappé wurde die gesamte Partie ausgepfiffen (Wegen PSG?!), was ihn auch merklich belastete und er dadurch versuchte sich stets schnell vom Ball zu trennen. Dadurch gelang ihm wirklich gar nichts. Kurios war auch die Standing Ovation für den Ex-Herthaner Matteo Guendouzi.

Ab der 60. Minute startete vor lauter Langeweile eine La-Ola Welle. Länderspiele sind schon wirklich dolle. Richtig laut wurde es nur bei einem Wechselgesang zwischen den Virages, der auf der Nationalhymne beruhte und unter anderem die Zeile „Zu den Waffen“ darbot. Die Franzosen…

Ansonsten war glaube ich nicht nur ich froh, dass der Schiedsrichter pünktlich gegen 23:00 abpfiff. Ich versuchte den Weg zum Auto durch einen Leihroller noch zu verkürzen, was aufgrund des vorgegebenen Gebiets eher zu einer Verzögerung führte. Im Auto dann auf direkten Weg zurück nach Avignon und gegen 01:15 bog ich bei strömenden Regen in unsere Straße ein. Stade Vélodrome: Geile Kiste, die ich aber unbedingt noch einmal mit OM bestätigen muss.

Hinterlasse einen Kommentar