19.04.2024 Rio Ave- FC Arouca 1:1

Portugal Primeira Liga

Zuschauer: 3.225

Estádio do Rio Ave: Vila do Conde

Freitagabend! Gerade besteht für mich in meinem Leben kaum ein Unterschied zwischen Wochenende und Wochentag. Was für ein Luxus! Trotzdem hatte dieser Freitagabend irgendwie Wochenendeinstiegsvibes. Ich erwartete eine extrem volle Metro, aber Pustekuchen. Ich bekam direkt einen Sitzplatz in der Expressmetro in Richtung Vila do Conde. Wer sollte mich jetzt noch stoppen?

Entspannt kam ich am Stadion an und relativ untypisch für Portugal gab es in der Nähe des Stadions kaum Lokale. Die Lücke wurde aber grandioserweise von der Ultragruppe von Rio Ave (Grupo 39) gefüllt, die einen kleinen Wagen am Stadion hatten und für Speis und Trank sorgten. Nach zwei leckeren Finos fühlte ich mich endgültig in Wochenendstimmung und ich war positiv von der Freundlichkeit der Gruppenmitglieder überrascht.

Die Schlange am Eingang war dann extrem lang und dank relativ penibler Kontrollen zog sich das Prozedere ewig. Ich war noch einer der letzten Glücklichen, die den Anpfiff erlebten. Nicht pünktlich waren die beiden Trottel Dän*innen, die ich schon in Vizela gesichtet hatte. Heute war er im Rio Ave Trikot und sie hatte sich tatsächlich einen Ultras Rio Ave Seidenschal gekauft. Sagt das mehr über die Mentalität der Gruppe oder der Dänin? Als dann mit dem Seidenschal auch noch posiert wurde, hatte ich in Sachen Fremdscham alle Level durchgespielt. Aua!

Das Stadion von Rio Ave hat momentan nur eine begehbare Tribüne. Die Gegentribüne musste aufgrund des desolaten Zustands nach einer Anordnung der Behörden abgerissen werden. Ein Neubau ist geplant- allerdings liegen die Pläne momentan aufgrund der finanziellen Situation des Vereins auf Eis. Der Präsident kündigte im vergangenen Jahr an sich nicht für einen Tribünenbau zu verschulden.

Somit bleibt nur noch die Haupttribüne und die unterschiedlichen Blöcke waren auch noch durch Zäune voneinander getrennt. Von meinem Platz aus war die Stimmung extrem schwer zu bewerten. Ich konnte die aktive Fanszene kaum sehen und die akustischen Verhältnisse waren so ungünstig, dass ich nicht einschätzen kann, ob das ein guter oder schlechter Auftritt war. Das Stimmungsvakuum wurde durch eine kleine Gruppe Jugendlicher ausgeglichen, die immer mal wieder eigene Gesänge anstimmten. Garniert von nervigen Klatschpappen. Ein sehr skurriler Stadionbesuch.

Gästefans aus Arouca traten nicht in Erscheinung. Auf dem Spielfeld trennten sich beide Mannschaften schiedlich, friedlich mit 1:1. Das Niveau war wie so oft eher mau. Nach dem Spiel ging es dann entspannt zur Metro und mit dieser zurück nach Porto. Ein schöner Freitagabend und ein weiterer Schritt in Richtung Ligenkomplettierung.

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