03.08.2024 Ad Sanjoanense- Amarante FC 0:1

Estádio Conde Dias Garcia: São João da Madeira

Zuschauer: 900

Liga 3

Die zweigleisige dritte Liga in Portugal drängt sich für eine Komplettierung auf. Nur zehn Teams und durchaus attraktive Stadien im Norden Portugals. Gut zu erreichen sind die Stadien jedoch vor allem mit dem Auto. Das Stadion von Sanjoanense war jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Statt 35 Minuten mit dem Auto war man dann jedoch 2 Stunden 40 unterwegs. Zumindest für den Hinweg sollte diese Anreiseform jedoch für mich das Mittel der Wahl sein.

So ging es erst mit dem Metro nach Campanhã, von dort weiter mit dem Regio nach Espinho und dann zu guter Letzt mit der „Linha do Vouga e Ramal de Aveiro“ zum heutigen Spielort. In Espinho fährt man dabei von einem kleinen Bahnhof ab, der circa 10 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Die Zuglinie verband ursprünglich Aveiro und Viseu- wobei der Abschnitt nach Viseu bereits 1990 eingestellt wurde, sodass Viseu sich nun voller Scham den Titel größte portugiesische Stadt ohne Bahnhof auf die Fahne schreiben kann.

Die Zuglinie ist bekannt für zahlreiche Unfälle, da die Gleisabschnitte nicht unbedingt im besten Zustand sind. Schön war die Routenführung aber und somit das Risiko wert. Man konnte die Fenster im Zug komplett öffnen, sodass ich meinen Kopf herausreckte und mir den Fahrtwind um die Ohren wehen ließ. In São João da Madeira angekommen, hatte ich dann noch etwas Zeit bis zum Anpfiff und so drehte ich noch eine kleine Runde durch die wieder einmal wirklich schöne Stadt. Zwei Caféstops später machte ich mich dann auf den Weg zum Stadion, das mich auch einmal mehr überraschte.

Für drei Euro bekam man ein Ticket für die Tribüne und bereits die Außenmauer des Stadions verzauberte mich. Das Stadion war ziemlich massiv mit Platz für 13.000 Zuschauende und war fast komplett ausgebaut. Überdacht war nur ein kleiner Bereich mit Sitzschalen. Ich suchte mir dann einen Platz etwas seitlich von der Tribüne und dank eines Containers konnte ich das Spiel auch im Schatten verfolgen. Preise waren mit je einem Euro für Wasser und Nüsse mal wieder sehr fanfreundlich. Nur das Verbot des Alkoholausschankes scheint sich irgendwie durchzusetzen.

Amarante hatte ich im Juni ja noch aufsteigen sehen. Circa 50 Zuschauer hatten sich im Gästeblock eingefunden, wobei sie nicht in Erscheinung traten. Die Heimfans hatten einen kleinen Stimmungsblock direkt neben mir. Verrückterweise wurde mir mit der ersten Note klar, dass ich die kleine Szene im Jahr 2021 bereits einmal gesehen hatte. Da legten sie mit dem Anpfiff mit einer wunderschönen Melodie los und wurden dann von einem Polizisten gestoppt, der die Corona-Beschränkungen durchsetzte, die stehen und singen untersagte. Wilde Zeiten. So kam ich heute in den Genuss des wirklich schönen Liedguts und genoss den Fußballnachmittag sehr.

Das spiel war etwas kurzweiliger als gestern und Amarante gelang durch ein minimalistisches 0:1 der Auftaktsieg. Nach dem Spiel nahm ich dann die Luxusvariante und konnte für einen fairen Taler mit dem Taxi nach Hause fahren.

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