Kreisoberliga
Zuschauer: 15
Lok-Platz an der Glienicker Brücke: Potsdam
Der Sonntag gehört dem Amateurfußball und wenn dann auch noch die Sonne scheint, dann fährt man fast ein bisschen beschwingt in Richtung Sportplatz. Dort angekommen, wurden zwar Eintrittskarten verkauft, aber es war weit und breit kein Zuschauer auf dem Gelände zu sehen. Verrückt! Das hatte ich auch noch nie. Später stellte sich heraus, dass sich einige Leute auf der Terrasse des Vereinsheims eingefunden hatten (Gute Wahl!). Mehr als 15 Leute wollten diesen Klassiker heute aber trotzdem nicht sehen. Das ist schon verrückt- ab einem gewissen Punkt scheint das Interesse am Leben der Leute einfach aufzuhören. Als Kind und Jugendlicher verirrt sich dann doch ab und zu mal ein Elternteil, ein Opa, eine Freundin an den Spielfeldrand. Nicht mehr als Spieler in der Kreisoberliga. Hier war heute einfach niemand.
Niemand? Naja, ganz so schlimm war es ja auch nicht. Wir waren ja immerhin da und verbrachten die erste Hälfte am Spielfeldrand und wurden auch selbst etwas tätig. In der zweiten Halbzeit folgten wir dann der Schwarmintelligenz und nahmen ein vollwertiges, verspätetes Mittagessen auf der Terrasse des Vereinsheims ein. Schmeckte gut und war sehr entspannt. Das könnte man fast noch einmal machen.
Muss man vielleicht auch zeitnah, denn die Zukunft des Vereins ist unsicher. Der Bundesrechnungshof ermittelte einen Bauwert des Grundstücks von 45 Millionen Euro. Der Erbaupachtvertrag des Vereins läuft in diesem Jahr aus. Mit Blick auf knappe Staatskassen, entsteht ein gewisser Druck das Grundstück im Besitz des Bundeseisenbahnvermögens zu Geld zu machen. Wir werden sehen wie lange man hier Sonntags noch Fußball gucken kann.
Auf dem Platz ereignete sich die mittelschwere Sensation und Lok Potsdam konnte die zweite Mannschaft von Stahl Brandenburg mit 3:0 vom Platz schießen. Das war erst der zweite Sieg der Saison und der Aufwind könnte leider zu spät kommen, denn die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist nur noch minimal. Für uns war es dennoch ein schöner und entspannter Fußballnachmittag.