07.12.2025 Hertha BSC- 1. FC Magdeburg 0:2

2. Bundesliga

Zuschauer: 45.563

Olympiastadion: Berlin

Ich bin ein Freund der Anstoßzeiten der zweiten Liga. Gerade im Winter ist Sonntag um 13:30 auch nicht gerade unattraktiv. Wir verbrachten noch einen entspannten Vormittag im Familienkreis und dann ging es mit der S-Bahn in Richtung Olympiastadion. Zwischen Westkreuz und Olympiastadion gab es einen Polizeieinsatz, sodass ich kein Risiko eingehen wollte und spontan in Grunewald heraussprang. Mit dem Fahrrad ging es dann zum Stadion, das ich mit der Öffnung erreichte. Aufgrund einer günstigen Gelegenheit ging ich heute einmal nicht durch den Mitgliedereingang hinein. Ich sammelte dann noch kurz meine Fürth Karte ein. Tausend Dank an dieser Stelle- das hätte sonst durchaus schwierig werden können und ging anschließend zum Aufkleberverkauf.

Heute wurde versucht die Schlangenbildung etwas stärker zu managen, da das Gedränge wohl von einigen als unangenehm empfunden wurde. Wie ernst dieses Feedback genommen wird, zeigt einmal mehr die Reife dieser Fanszene. So ging das heute alles etwas zivilisierter vonstatten und es gab kontinuierlichen Andrang. Generell auch einmal ein großes Lob an alle Herthaner: Fast alle sind freundlich- die Kaufmoral ist enorm hoch und praktisch jede Person rundet den Betrag auf. Das ist alles keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass auch die normalen Fans diesen Verein leben und ein wichtiger Bestandteil des großen Ganzen sind.

Nemo musste vermisst gemeldet werden und so trat ich 20 Minuten vor dem Anpfiff alleine den Weg nach unten in die Kurve an. Mit weitaus weniger Gästen war die Platzsituation heute entspannt und auch die Leute wirkten weitestgehend gut drauf. Vielleicht war es aber diese Lockerheit, die heute auch zu einem etwas fahrigen Auftritt führte. Die Ostkurve behandelte Magdeburg heute fast wie Elversberg. Nach einem bärenstarken Start mit dem Einklatschen wurde es ein bisschen sehr ruhig angehen gelassen und wir konnten nur selten eine gute Lautstärke erreichen. Ich bin geneigt den Spannungsabfall nach den letzten Wochen zu verstehen- aber gegen Magdeburg hätte man sich schon noch etwas pushen dürfen.

Die „Größten der Welt“ setzten nur knapp 8.000 Karten des Kontingents ab. Immer noch eine beeindruckende Zahl- aber dennoch eine deutliche Reduzierung im Vergleich zu den Vorjahren. Einmal mehr verzichtete man auf jegliche Schwenkfahnen. Dafür ergänzte eine DDR-Fahne das Zaunfahnenbild. Weiß ich jetzt nicht… Davon abgesehen war das ein starker Auftritt. Ob Schaleinsatz, Armgefuchtel oder Hüpfaktionen- die Geschlossenheit war beeindruckend und so waren die Maggies regelmäßig bei uns zu Vernehmen. Definitiv einer der besten Gästeauftritte diese Saison.

Es war klar, dass die Siegesserie einmal reißen würde- aber heute rechnete ich nicht damit. Gegen den Tabellenletzten zeigte man gefühlt das gleiche Spiel wie gegen Braunschweig. Man spielte nicht überzeugend- aber gegen mäßige Magdeburger sollte das zumindest für einen Punkt reichen. Pustekuchen! Nach einer Ecke pennte man komplett und kassierte das 0:1. Riesige Chancen zum Ausgleich ließ Pechvogel Gechter danach aus. Nach einem weiteren Fehler lud man Magdeburg zum 0:2 ein. Der Torschützte sorgte danach für das Highlight des Spiels, als er im „Dreierhopp-Stil“ straight in den Graben des Olympiastadions sprang. Legendär! Aber anscheinend geht es dem Mann gut.

Die Mannschaft bekam noch aufmunternde Worte und dann ging es relativ zügig nach draußen. Ich ergriff die Gelegenheit beim Schopf und zog straight mit dem Fahrrad durch. Dank kluger Routenwahl überholte ich sogar noch den Klabauterkeaper, der 10 Minuten vor mir die Bahn genommen hatte. Es sind die kleinen Siege im Leben…

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