Euroleague
Zuschauer: 27.509
St. Jakob Park: Basel
Heute schlug ich dem Winterblues ein Schippchen, denn bereits vor Wochen hatte ich meine Zugfahrt und meine Unterkunft für einen Trip zum FC Basel gebucht. Ein Rückzieher war nicht mehr möglich und ich freute mich auch ziemlich darauf endlich mal ein Heimspiel des FC Basel zu besuchen. Gegen Mittag reiste ich aus Westdeutschland in Richtung Schweiz. Meine anvisierte Verbindung war schnell durch Verspätungen obsolet geworden und so hetzte ich zu einem Regio nach Köln. Dort sollte ich dann einen verspäteten ICE erreichen. Das Problem bei den Verspätungen ist, dass sie in der Theorie ja auch reduziert werden können. Wenn man spät zum Gleis geht, kann man ziemlich blöd aussehen.
Ich wollte mich heute aber zu keinem Preis stressen lassen und so ging ich noch in eine nahegelegenes chinesisches Restaurant und war hellauf begeistert. So eine gute Malatang habe ich auf dem europäischen Kontinent noch nicht gegessen. Auch der Vibe als einzige Weißnase im ganzen Lokal ließ Sehnsucht aufkommen. Der Sichuan Pfeffer brannte noch minutenlang nach und machte meinen Mund taub! Alter- war das geil!
Ich verweilte dann noch zehn Minuten am Gleis und dann fuhr der ICE nach Basel ein. Ich hatte aufgrund der krassen Preise in Basel, ein Hotel auf deutscher Seite in Weil am Rhein gebucht. Mein Plan war daher in Freiburg in den Regio umzusteigen. Ich spielte kurz mit dem Gedanken, bis Basel im Zug sitzen zu bleiben- aber ich musste nicht ins Grübeln kommen, da der Zug aufgrund der Verspätung nicht in die Schweiz einfahren durfte und in Freiburg endete.
In Freiburg verpasste ich dann gerade den Regio, sodass ich noch einmal 30 Minuten hatte. Ich machte noch einen kleinen Ausflug in die Freiburger Altstadt, genoss den hübschen Weihnachtsmarkt und ging mit Glühwein und gebrannten Mandeln gestärkt zurück zum Regio. 30 Minuten später war ich dann in Weil am Rhein und kurze Zeit später in der soliden Unterkunft für die Nacht.
Nach einer kurzen Verschnaufpause guckte ich mir die Karte an und stellte fest, dass ich mit einem kleinen Umweg durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz zum Stadion laufen könnte. Diese Möglichkeit konnte ich nicht ausschlagen und so lief ich kurze Zeit später los. Als erstes ging es über die Brücke nach Frankreich. Dann führte ein schöner Weg immer am Rhein entlang in Richtung Basel. Nach circa 30 Minuten erreichte ich dann die Schweiz. Dort lief ich dann einen wunderschönen Weg durch die herrlich dekorierte Altstadt Basels. Die letzten 20 Minuten zum Stadion waren dann etwas unspektakulärer. Das war überragend. 90 Minuten, drei Länder und das alles zu Fuß. Das kann man mal machen!
Mit Blick auf die Preisgestaltung des FC Basel hatte ich erst einmal von einem Ticketverlauf Abstand genommen. Das günstigste Ticket sollte 75 Euro kosten. Nach einigen Wochen hatte ich dann im Basel Forum jemanden gefunden, der mir für 50 € ein Ticket überließ. Ich nahm kurz den Platz ein und entschied dann recht schnell meinen Platz noch zu verbessern. So hatte ich schlussendlich einen Platz im Oberring auf Höhe der Mittellinie, der 125€ gekostet hätte- Wahnsinn. Von dort hatte ich auch einen optimalen Blick auf die Mutenzerkurve.
Diese war natürlich der Grund meines Besuchs und die Kurve enttäuschte auch an diesem eher unspektakulären europäischen Abend nicht. Bereits nach dem Warmmachen der Mannschaften gab es die erste Emotionsfackel und die ersten lauten Gesänge. In der Folge zeigte man einen guten Auftritt mit tollen Melodien, kreativen Texten und starken Fahneneinsatz. Fast alle tragen die Kurvenjacke und auch so ergibt sich ein tolles und geschlossenes Bild. Ich vermute, dass bei einem Highlightspiel sogar noch etwas mehr geht: Für einen Erstbesuch war das aber allererste Sahne und machte riesigen Spaß.
Die Gäste aus England traten wie erwartet kaum in Erscheinung. Ab und zu gab es Schlachtrufe und Gesänge- wirklich ausdauernd waren sie nie.
Auf dem Rasen entwickelte sich ein ausgeglicheneres Spiel als erwartet. Basel nahm den Kampf an und konnte den schnellen Rückstand recht schnell nach einem Standard egalisieren. Aston Villa machte nur das Nötigste- konnte aber dennoch das 1:2 erzielen. Dabei blieb es am Ende leider- hier wäre ein Unentschieden verdienter gewesen.
Aufgrund der fehlenden mobilen Daten in der Schweiz, war die Heimreise etwas herausfordernder als geplant. Nach einer Weile hatte ich es aber geschafft einen Weg über den Fluss zu finden. Dann verpasste ich an der Ecke leider genau den Bus. So lief ich noch zahlreiche Stationen die Linie entlang und stieg dann in das nächste Gefährt. Den Anschlussbus nach Deutschland verpasste ich ebenfalls knapp, sodass ich unter den kritischen Blicken der Staatsdiener die Grenze zu Fuß überquerte. Kurze Zeit später ging dann das Licht aus und ich fiel in den wohlverdienten Schlaf.










