EFL League Two
Zuschauer: 4.973
Rodney Parade: Newport
Es war ein leicht chaotischer Abreisetag aus London für uns. Da wir aus Gründen der Lärmschutzsteuerung nicht mit der U-Bahn fahren konnten, bzw. wollten, brachten uns Busse in Richtung des Abfahrtbahnhofs. Aufgrund einer Umleitung und dem Faktor Mensch, lief unsere Verbindung etwas anders ab als geplant. Dank eines sehr beherzten Dauerlaufs, der mit Blick auf Gepäck und Personenanzahl etwas skurril anmutete, bekamen wir noch den früheren Zug nach Cardiff. Mit etwas Verspätung erreichten wir die walisische Hauptstadt und uns umgab gefühlt eine riesige Alkholfahne. Die ganze Stadt war an diesem Samstag am Saufen!
Wir liefen zu unserem Hotel und unser Zimmer war aufgrund der Vollauslastung noch nicht verfügbar. Da es jedoch in der Lobby einen Spielbereich gab, erschien es uns herzlos überstürzt aufzubrechen. Jetzt war guter Rat teuer, denn fast ausnahmslos alle Spiele an diesem Samstag wurden um 14:30 angepfiffen. Richtig gut erreichbar waren die Spiele auf dem Stadtgebiet in Cardiff aber nicht. Wir waren kurz vor dem Aufgeben, als ich noch die Partie in Newport anklickte. Diese wurde erst um 15:00 angepfiffen und war durch die Regionalzugverbindung vergleichsweise schnell zu erreichen. Der Kleine war dann auch motiviert und so ging es dann noch zum Cardiffer Hauptbahnhof.
Einmal mehr machte ich dann einen kleinen Fehler. Ich sah die Information, dass es vor Ort eine Tageskasse geben würde. Grundsätzlich gehe ich einfach lieber zu Tageskassen und möchte, dass diese erhalten bleiben. Nun gut! Diese gab es- aber es war eine gewaltige Schlange und es ging überhaupt nicht vorwärts. Wir wurden von den Stewards dann auch noch zu einem anderen Eingang geschickt und gingen zweigleisig vor. Wir standen in der Schlange und versuchten dennoch über den Ticketshop Karten zu kaufen. Wir standen zumindest am Tor mit einem Blick auf einen Ausschnitt des Spielfelds- als der Anpfiff ertönte. Der Onlinekauf war dann etwas schneller und als nach einer Minute des Zitterns auch das Ticket einflatterte, konnten wir endlich hinein.
An dieser Stelle ist mal ein Lob an die Ordner und generell die Inselbewohner angebracht. Es war schon sehr erstaunlich wie nett und kinderfreundlich dieses Volk sich verhielt. Wir durften mit Buggy in das Stadion und als sie sahen, dass der Kleine noch schlief, wurde spontan der Bereich für Leute mit Handicap geöffnet. So konnte das Spiel durch uns entspannt und für den Kleinen verträumt werden. Die zweite Halbzeit verbrachten wir dann gemeinsam auf der Tribüne. Etwas herzlos war die Preispolitik, denn Kinder jeden Alters mussten 50% des Ticketpreises bezahlen und somit steht dann auch der erste Eintritt ever in der Exceltabelle, der mit 14 Pfund auch nicht gerade schlank ausfiel.
Davon abgesehen war das Spiel ein echter Glücksgriff. Mitten im Wohngebiet gelegen überzeugte das Stadion vor allem mit einem heftigen Dach direkt über der Tribüne. Dazu gab es etwas Ausbau hinter beiden Toren. Mit fast 5.000 Zuschauern war das Stadion gut gefüllt. Newport FC ist einer der walisischen Vereine, die im englischen Ligasystem mitkicken. Der Verein spielt in der League Two (logisch die vierthöchste Spielklasse). Der Gegner war Grimsby Town, die im vergangenen Jahr Macnchester United aus dem Pokal gekegelt hatten.
Koordinierte Stimmung kam nur selten auf. Dafür herrschte eine herausragende spielbezogene Lärmkulisse mit heftigen Ooohs und Ahs, die dann wieder von ohrenbetäubendem Schweigen abgelöst wurde. Da ich auf der Insel noch nicht so viele Spiele erlebt habe, war das für mich durchaus unterhaltsam und ganz cool zu sehen. Auf dem Rasen gewann Newport in einem unterhaltsamen Spiel knapp mit 2:1.
Das war echt ein richtig starker Spielbesuch und mit Sicherheit der würdigste Rahmen für das Kreuz in Wales an diesem Wochenende. Der nächste Länderpunkt war uns somit sicher und wir freuten uns darüber diesen gemeinsam eingetütet zu haben. Wir verbrachten dann noch etwas Zeit am Fluss in Newport, konsumierten etwas in einem schönen Lokal und fuhren dann zurück nach Cardiff, wo wir den Abend ausklingen ließen.




