UEFA Women’s Europa Cup
Zuschauer: 410
Broadwood Stadium: Glasgow
Während der Klabauterkeaper am Vorabend Geschichte erlebte und beim ersten Spiel der schottischen Männernationalmannschaft mit Alkoholausschank seit 40 Jahren war, sah mein Länderpunktprogramm eher unspektakulär aus. Das war in Ordnung, denn Schottland fällt ebenfalls in die Kategorie: Hier war ich schon- aber eben noch nicht beim Fußball. Die Terminierung der Frauen Europapokalspiele erfolgte recht spät, sodass uns diese Ansetzung einen stressfreien Länderpunkt ermöglichte. Ursprünglich war ein gemeinsamer Besuch des Länderspiels geplant, was mit Blick auf die späte Anstoßzeit herausfordernd gewesen wäre. Nach einem schönen Tag in Glasgow trennten sich am frühen Abend die Wege. Ich trank noch ein Cider in einem Pub und nahm dann den Vorstadtzug in Richtung Croy.
Dort war dann wirklich gar nichts los und so war ich fast dankbar, dass in der Nähe des Stadionumfelds immerhin noch ein kleiner Shoppingkomplex war. Mehr Ansprüche durfte man nicht stellen und so holte ich mir bei Tim Hortons noch einen Shake und nutzte die vorhandene Steckdose, um mein Handy aufzuladen. Der moderne Mensch kommt mit einer Akkuladung ja nicht mehr durch den Tag.
Dann ging es die letzten Meter zum Stadion. Der Einlass war unkompliziert und kurze Zeit später hatte ich mir einen Platz auf der Tribüne gesucht. Das Stadion war unspektakulär: Marke Amateurstadion. Erfreulicherweise waren aber circa 50 Schweden mitgefahren, die die Mannschaft konstant und melodisch unterstützten. Abstrus, dass sich Teile der Heimfans über diese Form der Stimmung lustig machten. Liebe Inselbewohner: I hate to break it to you: Aber mit Blick auf den Supportstil seid eher ihr die Eremiten.
Ich war sehr froh über die Auflockerung der Gästefans, denn sonst war das Rahmenprogramm eher dürftig. Bis auf ein paar Sprechchöre gab es keinerlei Support der Heimfans und auf dem Rasen dominierten die Schwedinnen das Spiel nach Belieben. So hieß es am Ende auch in der Höhe verdient 0:4. Die Preise für Speis und Trank waren erfreulicherweise human, sodass ich mich in der Halbzeit landesgerecht mit Pie und Tee versorgte.
Kurz nach dem Abpfiff ging es dann zurück zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Glasgow. Hallo Länderpunkt! Die Bestätigung folgt gerne noch einmal mit einem Spiel der Rangers oder von Celtic.



