Leinster Senior League
Zuschauer: 40
Dublin Port Stadium
Das letzte Land unserer Reise hieß Irland. Der Länderpunkt wäre für uns am Donnerstag und Freitag machbar gewesen. Am Mittwochabend gab es aber zumindest eine logistisch vertretbare Lösung, die ein gemeinsames Einfahren des Länderpunkts möglich machte. Optimal waren die Rahmenbedingungen nicht- aber erwartete Temperatur und voraussichtliche Schlafenszeit ließen sich mit viel gutem Willen noch halbwegs vertreten.
Ein gewisser Realitycheck setzte ein, als wir einmal mehr spät aus dem Hotel stürmten und dem Bus hinterherspurteten. Dieser war voller Menschen, die offensichtlich von ihrer Erwerbstätigkeit nach Hause kamen, während wir uns in den vollen Bus drängten, um vier Stationen zu einem komplett sinnlosen Amateurspiel zu fahren. Zum Glück sah man uns den Grund unserer Busfahrt nicht an. Wir kamen kurz vor dem geplanten Anpfiff am eingezeichneten Ort an. Man konnte das Flutlicht auch sehen- nur war der Zugang absolut nicht ersichtlich.
Wir stolperten durch einen dubiosen Komplex, der Platz für Ateliers und kleine Werkstätten bot. Die Stimmung war eigenartig und wir offensichtlich fehl am Platz. Wir unterbrachen einen Brasilianer wüst in seinem Telefonat – dieser konnte uns jedoch auch nur bedingt helfen. Dann ging es ein Stück an der Hauptstraße entlang und im zweiten Anlauf fanden wir den korrekten Eingang. Wenige Augenblicke später pfiff der Schiri die Partie an. Perfekt!
Unsere Augen mussten dann ganz schön leiden, denn ein auffällig gekleideter Zeitgenosse trug einen Union Beutel. Toll! Wir fanden uns im hinteren Bereich des Sportplatzes ein und brauchten circa 40 Minuten, um uns ein bisschen einzugrooven. Dann nutzten wir eines der abgestellten Tore, um risikoreich selbst ein bisschen zu kicken und konnten damit die Situation befrieden. Der Schrei eines Spielers wurde noch sehr prominent nachgemacht- dieser nahm es aber mit einem großen Lächeln und schlug eine Einwechslung vor.
Über den Sportplatz und das Spiel hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens. Es war übertrieben sinnlos- aber die Freude über die gemeinsame Bewältigung überwog dann doch alles. Das 0:0 war aber eine vollkommen angemessene Strafe für die Dummheit. Nach dem Spiel bekamen wir zügig einen Bus und waren somit zu einer gesichtswahrenden Zeit im Hotel. Das war dann der Länderpunkt Nummer 50, den ich mir eigentlich bis 2030 vorgenommen hatte. Bis zur 60 gibt es noch einige gut machbare Optionen. Dann wird es aber deutlich komplexer. Schritt für Schritt- aber heute Abend freute ich mich einfach, dass diese Länderpunkte alle ohne Flugzeug funktionierten und die Reise wirklich richtig viel Spaß machte.