17.11.2018 Super Nova vs Metta / LU 0:3

Relegationsspiel um Virsliga

Zuschauer: 304

Olaines stadions: Olaine

 

Nach einem 7:2 im Hinspiel ist natürlich noch alles offen und wenn das Rückspiel nur 20 Kilometer von Riga entfernt stattfindet, dann jucken natürlich die Finger. Und wenn Missistippi dann auch nicht so richtig abgeneigt ist… Und wenn Olaine im Jahr 1967 immerhin die Stadtrechte erhalten hat… Und wenn man in diesen Ort sonst nie hingekommen wäre, dann ist die Entscheidung ja eigentlich folgerichtig und so kam es wie es kommen musste.

Gutgelaunt bestiegen wir am Samstagmorgen den Zug am Rigaer Hauptbahnhof und summten vor uns hin: „Einfach geil, endlich frei, denn die Woche ist vorbei“. Nach 25 Minuten war die freudige Zugfahrt und erreichten Olaine, das einen interessanten Charme hatte. Mich erinnerte die Stadt ein wenig an einen Aufenthalt in Transnistrien. Grau war hier die dominierende Farbe und der Ostblockcharme umspielte uns in vollen Zügen. Das einzige Museum des Orts hatte geschlossen, aber es gab eine wunderbare Seenplatte, die man an einer Stelle sogar aus der Entfernung sehen konnte. So flanierten wir durch die Stadt und den anliegenden Birkenwald und machten nach kulturellen Grenzerfahrungen einen kulinarischen Abstecher in ein super Restaurant.

Dementsprechend gestärkt, kamen wir dann fast pünktlich zum Anpfiff und waren erstaunt, denn man musste nicht einmal Eintritt bezahlen. Und das für so ein Spiel! Das Stadion wusste heute auch mehr zu überzeugen. Eine richtig schöne Tribüne beglückte uns und die andere Seite wusste durch ein schönes Kirchenpanorama zu gefallen. Der zuständige Organist wurde dann auch als Linienrichter eingespannt, sodass für kurze Wege gesorgt war und ordentlich Musik im Spiel war. Die „Ultras“ aus Riga kamen genauso wie wir- fast pünktlich und beglückten uns erneut mit kehligen Lauten. Aber Super Nova zeigte, dass sie hier ein Heimspiel hatten und hielten lautstark dagegen. Auch lustige Spitzen wurden abgefeuert, in dem die Gegner als Simbabwe bezeichnet wurden. Weil sie zwei schwarze Spieler in der Mannschaft hatten? Weil Riga so unterentwickelt ist? Wir wissen es nicht, aber spannend war es allemal! Hier wurde heute alles geboten, was in den skurrilen Niederungen des Fußballs so geboten werden kann.

Spannung kam auf dem Rasen nur selten auf. Die Universitätskicker ließen nichts anbrennen und brachten das Spiel mit einem 0:3 sicher nach Hause. Auch heute rannten die Super Novas aber trotz des aussichtslosen Ergebnis weiter an und spielten nach vorne. Eine solche Einstellung könnte sich so mancher Profi gerne mal abschauen. Mit dem Abpfiff verließen wir die Anlage und stiegen direkt in den einfahrenden Zug, der uns zurück nach Riga brachte, ehe wenige Stunden später auch schon wieder die Abschiedsglocken läuteten.

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