08.07.2021 Racing FC Union Luxembourg- Breioablik UBK 2:3

Stade Josy Barthel: Luxembourg

Zuschauer: 1200

1. Qualifikationsrunde: Conference League

Die ersten Qualifikationsrunden in den internationalen Wettbewerben sind meine guilty-pleasure. Die Nähe zu Luxemburg kann getrost als einer der größten Pluspunkte des Wohnorts im Süden NRWs verbucht werden. Aufgrund eines länger geplanten Wochenendes im schönen Rheinhessen, schielte ich schon längere Zeit über die Grenze und studierte die Auslosungen der verschiedenen internationalen Wettbewerbe. Perfekt passend am Donnerstagabend sollte der Racing FC Union Luxembourg das erste Conference League Spiel auf luxemburgischen Boden austragen.

Die Kartenfrage konnte dabei unkompliziert durch den Direktkontakt mit dem Verein geklärt werden. Dabei wurde der Kartenkauf höchstpersönlich von der Präsidentin des Vereins Karine Reuter abgewickelt. Diese ist in Luxemburg eine kleine Berühmtheit, da sie als Richterin arbeitete und auch regelmäßig im luxemburgischen Fernsehen juristische Probleme kommentierte. Zuvor war sie Präsidentin des Fußballvereins FC Rodange und die Trennung wurde zum Rosenkrieg. Angeblich forderte Reuter 150.000€ zurück, die sie in den Verein gesteckt hatte. Gerüchten zufolge wurde dem damaligen Trainer von heute auf morgen sein Gehalt nicht mehr gezahlt und die Möbel aus der Wohnung geräumt.

Wir waren heute ein Quartett, das sich auf dem Weg in unser Nachbarland machte. Pünktlich trafen das Flagschiff und der Corny-Riegel bei uns ein. Mit dem Auto umfuhren wir clever einen Stau auf der Autobahn und fuhren dabei durch das zu diesem Zeitpunkt noch unbeschädigte und wunderschöne Ahrtahl. Dabei traf uns auch ein heftiger Starkregen- aber durch eine gute Fahrerin und das letzte Hurra des Autos, kamen wir gut durch den Regen. Gegen 17:30 erreichten wir unsere sehr schöne Unterkunft in Luxemburg.

Unser Gastgeber war sehr verwundert über den Grund unseres Besuches und setzte gerade zu einer Hasstirade auf Karine Reuter an- ehe er ein Erkennen in meinen Augen sah und sich mäßigte. Zumindest fanden wir noch heraus, dass Frau Reuter mit einem nationalkonservativen Abgeordneten verheiratet ist. Für uns war es dann höchste Zeit aufzubrechen und mit der fancy und modernen Straßenbahn fuhren wir in die Nähe des Stade Josy Barthel.

Von da mussten wir nur noch den Berg hoch und erhielten 10 Minuten vor Anpfiff unsere Tickets. Im Tickethäuschen saß die Präsidentin höchstpersönlich. Ruckzuck liefen wir auf die unüberdachte Gegentribüne und umkurvten die zahlreich anwesenden Hoppergruppen. Warum man teilweise mit Vereinssachen rumlaufen und fremde Stadien bekleben muss, erschließt sich mir nicht- aber das ist wohl Mentalita.

Ich hatte großmundig auf meine Regenjacke verzichtet und wurde mit dem einsetzenden Regen bestraft. Da es nur wenige Möglichkeiten gab sich unterzustellen und diese somit zu Corona-Hotspots mutierten, hieß es hier auf die Zähne beißen und dem Regen zu trotzen. So hatte man neben dem Spiel auch noch die Möglichkeit den Himmel zu beobachten und ein baldiges Ende des Regen zu prophezeien.

Es war eine Freude das Stade Josy Barthel zu bestätigen. Durch die Verzögerungen beim Bau des neuen Nationalstadions (direkt an der Autobahn gelegen), wird das Josy Barthel noch weiter genutzt, was für jeden Hopper eine echte Freude ist. Das ist wirklich eine geile Hütte.

Wenn ein luxemburgischer Erstligist gegen einen isländischen Erstligist spielt, dann ist große Fußballunterhaltung vorprogrammiert. Ich hatte dabei einige Münzen auf einen Heimsieg gesetzt und wähnte mich nach dem schnellen 2:0 schon als der kleine Krösus von Luxemburg. Tragischerweise gaben die Isländer nicht auf und drehten das Spiel komplett. 2:3 hieß es am Ende und der Spielverlauf sorgte nicht nur bei mir für ein gewaltiges Kopfschütteln.

Der einzige Abzug ging an den Verpflegungsstand. Ein Bonsystem, lange Schlangen und horrende Preise schmeckten nicht so wirklich. Dafür war die Wurst immerhin lecker.

Nach dem Spiel setzten wir dann aber neue kulinarische Maßstäbe und gingen in den ins Herz gewachsenen Portugiesen am Rande des Luxemburger Rotlichtviertels. Bei reichlich Vinho Verde, Bitoque und Verbrüderungsszenen mit der portugiesischen Diaspora, hüpfte der Gemütszustand in die Höhe.

Ach, Luxemburg- du bist so wunderbar.

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