Segunda Liga
Zuschauer: 1.784
Estádio Marcolino Castro: Santa Maria da Feira
In einem lichten Moment hatte ich mir vorgenommen die Kosten für einen Mietwagen mal ehrlich zu rechnen: Im nächsten Augenblick fiel mir auf, dass die Taxikosten sich hier wirklich auf einem Niveau befinden, dass es billiger sein kann mit dem Taxi als mit dem Mietwagen unterwegs zu sein. Die perfekte Ausrede für mich als Luxushopper. So freute ich mich schon etwas länger auf den Samstagmorgen und die Taxianreise nach Santa Maria da Feira. Gibt es eigentlich einen schöneren Luxus im Leben? 10:15 hielt bei strömendem Regen der Fahrer direkt vor meiner Haustür- Achja!
Was ebenfalls auffällig ist: In Portugal entstehen im Taxi immer richtig nette Unterhaltungen. Der Mann wusste einfach alles über Fußball und so diskutierten wir von der ersten bis zur fünften portugiesischen Liga den aktuellen Stand durch, schweiften kurz die deutsche Fußballszene und machten dann noch einen Schwank durch das restliche Leben. Schön war es und auch nicht so ganz selbstverständlich, dass man sich nach 30 geteilten Minuten fast schon brüderlich mit Handschlag und angedeuteter Umarmung verabschiedet.
Die erste Kasse, die ich ansteuerte, war dann nur für Einladungen- ich fragte dennoch, ob ich hier ein Ticket kaufen könne. Konnte ich nicht- aber der nette junge Herr entschied sich dafür mir einfach ein Ticket zu schenken. Wie gut startete denn dieser Tag? Ein Dach gab es glücklicherweise auch über meinem Kopf (Grüße nach Osnabrück) – den der Regenmarathon ging weiter. Seit einer Woche regnete es immer mal wieder wie aus Kübeln.
Ich holte mir noch schnell einen Café und nahm dann mein Plätzchen ein. Feirense brauchte unbedingt einen Sieg, um den Klassenerhalt zu sichern. Am Caféstand wurde mit mir noch gefachsimpelt, dass die Niederlage von Belenenses auf den Azoren gestern Abend wichtig war: In Portugal braucht man schon ein bisschen Wissen, um im Alltag mitreden zu können.
Gegner war heute einmal mehr Leiria, die sich im gesicherten Mittelfeld befinden. Erneut verzauberte mich der Anhang aus Leiria, der mit Anpfiff eintrudelte und noch ziemlich verkatert aussah. Irgendwie die Zaunfahnen aufgehangen und dann bei strömenden Regen mit Sonnenbrille und Kapuze singen- einmal mehr große Klasse. Es gab dann eine längere schöpferische Pause- aber war schon wieder sackstark.
Auf der Heimseite bemühte sich der übliche 25er Haufen, um die Unterstützung. Das klappte ganz gut und mit den Fans aus Leiria gab es sogar einen Wechselgesang mit gegenseitigem Applaus. Kann man so machen.
Auf dem Rasen sah ich heute den nächsten Fight. Feirense gab heute wirklich alles für den Sieg und konnte mit 1:0 in Führung gehen. In der Schlussphase wurde dann jedes Tackling wie ein Tor bejubelt und die Mannschaft konnte den Sieg über die Zeit retten. Das machte wirklich richtig Laune. So hat man jetzt vier Punkte auf den direkten Abstiegsplatz und drei Punkte Rückstand auf den Klassenerhalt. Der Kurs scheint auf Relegation zu gehen, oder? Bei einem Relegationsspiel bin ich dabei glaube ich…






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